„nachhaltige technologien 3|2018“

ösungen für Energieflexibilität sind geeignet, den Energiebedarf von Gebäuden und Gebäudeverbänden zu senken und Facility ManagerInnen bzw. Entwickle- rInnen von Immobilien könnten eine zentrale Rolle in der Akzeptanz von Energieflexibilität übernehmen. Die Einführung von Energieflexibilität ist aber ein komplexer Prozess, der mit anderen Strategien des Asset-Managements zur Einsparung von Energie konkurriert. Akzeptanz der Einführung von Energieflexibilität Zukünftige energieflexible Gebäude werden ihren Energiebedarf nicht nur in Hinblick auf lokale Klima- bedingungen und den Bedarf von Nutzern und Nutze- rinnen managen, sondern auch die Erfordernisse der Netze berücksichtigen. Bisher sind Sozialstudien in Bezug auf die Akzeptanz von Energieflexibilität begrenzt verfügbar. Gebäude- und FacilitymanagerInnen bzw. EntwicklerInnen von Immobilien könnten in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle spielen, da sie für die strategische Entwicklung der Gebäude und Gebäudeverbände verantwortlich sind und strategische Entscheidungen beeinflussen können. Die erfolgreiche Einführung von Energieflexi- bilitätsmaßnahmen muss dabei Faktoren wie relati- ven Nutzen, Komplexität, Kompatibilität, Sichtbarkeit und Erprobbarkeit berücksichtigen. Wenn Manager- Innen zum Beispiel die vielfältigen Vorteile einer In- novation erkennen oder von einem Beispielobjekt vor Ort lernen können, werden sie die Innovation wahr- scheinlich leichter umsetzen. Andererseits, wenn die Innovation als zu komplex oder als mit bestehenden Verfahren und Vorgehensweisen nicht kompatibel wahrgenommen wird, wird dies die Umsetzung mög- licherweise verhindern. Sobald die verantwortlichen Personen Innovationen jedoch umsetzen, werden sie Einfluss auf die Meinung in ihren Netzwerken nehmen. An der Delft University of Technology wurde das Wis- sen um die Erfolgsfaktoren für Innovationen 1 und eine reale Fallstudie – der Campus der TU Delft – genutzt, um den Prozess der Umsetzung energieflexibler Ge- bäude zu bewerten. Beispiel Universitätscampus der TU Delft Der Universitätscampus der TU Delft ist ein kleines “Dorf” mit eigener Wärmeerzeugung und Wärmever- teilung mittels Fernwärmeleitungen mit 100-130 °C Vorlauftemperatur. Die Wärmeerzeugung erfolgt in drei Heizwerken sowie zwei KWK-Anlagen und die Wär- meübertragung erfolgt mittels 101 Wärmetauschern. Die Abbildung zeigt die Gebäude und das verzweigte Wärmenetz. Die Bruttogeschossfläche, der Energiebe- darf und die installierte Leistung der Gebäude des Wärmeverbunds variieren in einem weiten Bereich. L 9 8 ENERGIEFLEXIBILITÄT 1 Rogers, E.M., (2003), Diffusion of Innovations, 5th ed., Free Press, New York, NY. Integration von Energieflexibilität – ein Erfahrungsbericht von der Technischen Universität Delft Erwin Mlecnik Testgebäude der Universität Delft. Foto: Erwin Mlecnik Fernwärmenetz des Campus der TU Delft. Der praktische Test eines Zweiges des Wärmenetzes umfasste einen Wärmeerzeuger (rot) und drei verbundene Universitätsgebäude (blau). Quelle: https://ipin-tudelft.erbis.nl/.

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