„nachhaltige technologien 03 | 2020"
Die Form der Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude ist so konzipiert, dass sie die Sammlung des Regenwassers erlaubt. Das Regenwasser wird aufbereitet und steht für Duschen, Waschbecken, Spülbecken, Geschirrspüler und Waschmaschinen zur Verfügung. Die Wohnungen wurden mit ener- giesparenden Armaturen ausgerüstet. In einigen Wohnungen wurde für die Duschen ein patentiertes Wasser-Recyclingsystem eingebaut. Außerdem wird Grauwasser in Toiletten und für Gartenbewässerung wiederverwendet. Das ABC-Konzept zielt darauf ab zu zeigen, dass dieses Wasser auch zum Wäsche- waschen eingesetzt werden kann. Zur Erzeugung von Warmwasser durch die Wärmepumpe wird außerdem Wärme aus dem Grauwasser rückgewonnen. Auf diese Weise sollen zwei Drittel des Wasserbe- zugs aus dem städtischen Wassernetz und Energie zur Warmwasserbereitung eingespart werden. Durch Verbesserung der Abfalltrennung, Wiege- vorrichtungen an den lokalen Abfalleimern sowie Maßnahmen zur Wiederverwertung von Textilien, Batterien oder Glühbirnen sowie die Kompostierung von Küchenabfällen zur Verwendung in den Gemein- schaftsgärten sollen mindestens 40 Prozent des Hausmülls eingespart werden. Schritte zur Umsetzung Ein wesentlicher Schritt zur Realisierung des Projekts nach Entwicklung des ABC-Konzepts im Jahr 2011 war die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Stadt Grenoble 2014. 2018 konnte mit dem Bau der Demonstrationsgebäude begonnen werden, und ab Sommer 2020 werden die Wohnungen bezogen. Nach acht Jahren Forschung konnte das Konzept von Ener- gieautarkie und des systemischen Managements von Abfällen nun in dem Demonstrationsprojekt in der Ecocité in Grenoble-Presqu‘Île mit Unterstützung der öffentlichen Hand in Form von Förderungen bzw. Darlehen in Höhe von 2,3 Millionen € umgesetzt wer- den. Ein fünf Jahre dauerndes Monitoring soll zeigen, dass das Konzept zukunftsfähig ist und soll auch Verbesserungsmöglichkeiten ausloten. Bouygues Construction wird die Daten sammeln, analysieren und die BewohnerInnen unterstützen, die sich erst an die Nutzung des Gebäudes gewöhnen müssen. Eine verantwortliche Person steht bei Fragen zur Seite und gibt Tipps zur Energieeinsparung. Emilie Tourenne ist Operations Manager bei Linkcity South East. e.tourenne@bouygues-construction.com Ramy Saad ist als Projektleiter bei Bouygues Construction tätig. "Unser Antrieb ist es, innovative und nachhaltige Gebäude zu entwickeln, die marktverändernd wir- ken. Der Fokus liegt dabei auf einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen im Sinne einer „Circular Economy“ und der Begrenzung der Treibhausgasemissionen, und zwar nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Konstruktion der Gebäude. Der Fokus beim CO 2 -Thema sollte neben den Neubauten jedoch auch dringend auf den Bestand ausgerichtet werden. Eine unserer Forschungsstudien hat aufgezeigt, dass alle Neubauten bis 2030 (ca.5-6 Prozent Anteil am Gesamtgebäudebestand) die gesamten Treibhausgasemissionen des Gebäudebestands in Deutschland nur geringfügig beeinflussen." Jens Glöggler, Geschäftsführer ATP sustain GmbH AkteurInnen, Fördergeber und beteiligte Unternehmen Linkcity South East (Generalunternehmer), Bouygues Bâtiment Sud-Est und SUEZ (Entwurf und Konstruk- tion), Valode & Pistre (Architekten), Grenoble Habitat (Betreibergesellschaft), GEG ENeR (Gaz Electricité de Grenoble – Eigentümer und Betreiber des Pho- tovoltaikparks), SEM InnoVia (Bauherr für die Stadt Grenoble) La Region Auvergne-Rhônes-Alpes, Ville Grenoble, Grenoble-Alpes-Métropole, Action Logement, Répu- blique Française, Banques de Territoires, Ademe (Agence de la Transition Ecologique) Saint-Gobain, Vicat, Minco, Aldes, Lancey, Beebryte Foto: Valode & Pistre
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