„nachhaltige technologien 03 | 2021"
Vision Klimaneutralität Die Vision lautet „PUREA/TKV-Gruppe ist CO 2 -neutral“. Die Herausforderung ist es, den gesamten Verar- beitungs- und Versorgungsprozess so zu gestalten, dass eine hohe Energieautarkie als Voraussetzung erreicht wird. Machbarkeitsstudien mit externen Expert*innen zeigen die Potenziale und die Erreichbar- keit der gesetzten Ziele. Die Ressourcen dafür wären unsere eigenen Produkte, wie Tiermehl der Kategorie 1, welches der Verbrennung zugeführt werden muss. Diese werden am Standort Burgenland dann nicht mehr extern abgegeben, sondern in einer eigenen Verbrennungsanlage genutzt. Damit wird Energie aus CO 2 -neutralem Brennstoff generiert. Daraus ergeben sich weitere Vorteile: • Zusätzliche Abwärme steht für das Fernwärmenetz zur Verfügung. • Phosphatgehalt des Endprodukts geht bei der Verbrennung nicht verloren und kann als Asche für die Phosphorsäure-Produktion verwendet werden. Phosphor ist mittlerweile ein sehr gefragtes Produkt, da die natürlichen Vorkommen begrenzt sind. • Die Verbrennung der eigenen Ressourcenströme stellt eine wichtige Maßnahme zur Erreichung der Energieautarkie dar. Energie ist in unserer Produktion ein starker Treiber, da wir viel Energie benötigen um die Rohware ent- sprechend den EU-Gesetzen nach den vorgegebenen Verarbeitungsmethoden verarbeiten zu dürfen. Mit unserem eigenen Brennstoff könnte die PUREA/TKV- Gruppe 75 % des externen Energiebedarfs in Form von Dampf und 66 % in Form von Strom einsparen. Wenn die getrockneten Klärschlämme in der Verbrennung als Zusatzbrennstoff eingesetzt werden würden, könnten bis zu 100 % der benötigten Energie an einem Standort abgedeckt werden – die Energieautarkie wäre erreicht. Die Vision ist somit eine Motivation, an der konkreten Umsetzung zu arbeiten. Ing. Wolfgang Wiesauer ist Mitarbeiter des Bereichs Technical Coordination-Development & Innovation bei PUREA Austria GmbH. wolfgang.wiesauer@purea.com "Mit der von uns entwickelten Hochtemperaturwärmepumpe, mit dem natürlichen Kältemittel Ammo- niak, kann ansonsten nutzlose Abwärme auf ein höheres Temperaturniveau angehoben werden. Die Abwärme einer Prozesskälteanlage (Temperaturniveau 35 °C) kann so zum Beispiel zur Wasservor- wärmung, CIP Reinigung oder Pasteurisierung mit einem Temperaturniveau bis 95° C genützt werden. Etliche erfolgreiche Projekte haben wir bereits umgesetzt - damit sparen unsere Kund*innen bares Geld und vermeiden CO 2 -Emissionen.“ Mathias Blaser , Leiter Anlagenbau und Entwicklung, ENGIE Kältetechnik GmbH Foto: Privat Rührwerk des Klärschlammtrockners in der Anlage im Burgenland Quelle: PUREA Austria/TKV Gruppe Scheibentrockner in Regau Quelle: PUREA Austria/TKV Gruppe Verstärkungshülse 1 Der Einwohnergleichwert (EGW) dient als Referenzwert der Schmutzfracht für Kläranlagen 21 20 ENERGIEQUELLE ABWASSER
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