„nachhaltige technologien 03 | 2021"
Strenge rechtliche Vorgaben für die Verarbeitung, Wiederaufbereitung und Wiedergewinnung Die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorschrif- ten der EU, Umweltauflagen und Hygienevorschriften (ob EU-weit oder national) sind streng und müssen penibel eingehalten werden. Das spiegelt sich auch im Prozessablauf wider. Die Eingangsstoffe werden zerkleinert und drucksterilisiert, um etwaige Keime garantiert zu vernichten. Danach wird Wasser ther- misch gelöst, Fette und Mehle mechanisch getrennt. Die Wärme, die während der Verarbeitung entsteht, wird dem Produktionskreislauf wieder zugeführt und als Energie im Betrieb genutzt beziehungsweise in Fernwärmenetze eingespeist. Je nach Verarbeitungsstandort produzieren wir neben unseren Produkten auch Abluft, Abwärme und Abwasser, wobei wir auf die umweltgerechte Wei- terverwertung achten. Die Abluft wird in großen Biofilteranlagen behandelt, wo Mikroorganismen die Schad- und Geruchsstoffe zerlegen. Spezielle Abluft- ströme werden mitverbrannt. Die Standorte Regau (Oberösterreich) und Gabers- dorf (Steiermark) stellen ihre Abwärme der Fernwär- meversorgung zur Verfügung. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Verringerung des Einsatzes von fossilen Brennstoffen für die Fernwärmeversorgung, wodurch ein Rückgang der Emissionen und eine Verbesserung der Luftqualität sowie eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung erreicht werden. Für das Abwasser haben wir eigene Kläranlagen. Sie entsprechen Abwasserbehandlungsanlagen größerer Städte mit rund 100.000 Einwohnern (Einwohner- gleichwerte EGW) 1 , mit dem Unterschied, dass wir weit höhere Abwasserbelastungen, aber geringere hydraulische Belastungen als kommunale Abwässer haben und unser Abwasser mit einer speziellen Technologie behandelt und gereinigt wird. Die anfallenden Prozessschlämme aus unserem Standort in Regau, einem Verarbeitungsbetrieb für Kategorie 3-Produkte, werden klassisch de- kantiert: Das heißt, dass die Flüssig-Phase von der Trocken-Phase mittels Flockung und Zentrifugalkraft getrennt wird. Das Restwasser verdampft mittels Scheibentrocknertechnologie. Die Trocknungstechno- logie wurde weiterentwickelt, sodass die reduzierten Prozessschlämme auch als Düngemittel verwendet werden können. An unserem burgenländischen Standort fallen Schlämme aus der Verarbeitung von Kategorie 1-Roh- stoffen an, die verbrannt werden müssen. Hier wird die klassische Vorbehandlung der Flockung und des Dekantierens mit Zentrifuge angewandt. Der vorent- wässerte Schlamm wird dann über einen Destruktor endgetrocknet, womit dem Verbrenner ein zusätzli- cher Heizwert zur Verfügung gestellt wird. Factsheet PUREA Austria Standort Regau (Verarbeitungsbetrieb Kategorie 3) Einwohnergleichwerte 1 100.000 EGW Abwassermenge 174.112 m³/a Trockensubstanz vor Dekanter 1,5 % Trockensubstanz nach Dekanter 25 % Trocknung des dekantierten Schlamms im eigenen Scheibentrockner Produzierte Menge getrockneter Schlamm/Jahr circa 300 Tonnen Factsheet PUREA Austria Standort Gabersdorf (Verarbeitungsbetrieb Kategorie 3) Einwohnergleichwerte 75.000 EGW Abwassermenge 175.729 m³/a Trockensubstanz vor Dekanter 2,1 % Trockensubstanz nach Dekanter 18 % Restnutzung des dekantierten Schlamms in naheliegender Biogasanlage Produzierte Menge getrockneter Schlamm/Jahr 2.600 Tonnen Factsheet PUREA Austria Standort Unterfrauenhaid (Verarbeitungsbetrieb Kategorie 1 + 2) Einwohnergleichwerte 40.000 EGW Abwassermenge 49.839 m³/a Trockensubstanz vor Dekanter 3,1 % Trockensubstanz nach Dekanter 17 % Trocknung des dekantierten Schlamms im eigenen Destruktor Produzierte Menge getrockneter Schlamm/Jahr 207 Tonnen
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