„nachhaltige technologien 03 | 2022"
Geschosswohnbau (in Errichtung) Produktionsgebäude (in Errichtung) Geschosswohnbau Geschosswohnbau Universität Büro, Labor Büro Museum Büro- und Gewerbefläche Büro Unterkunft Studenten- wohnheim Geschosswohnbau Büro Einfamilienhaus Betreutes Wohnen, Kindergarten Büro Produktionsgebäude Schulungsgebäude Im Gegensatz zu vielen bisher bekannten Studien zur Technologie „Bauteilaktivierung“, welche wesentlich auf Simulationsergebnissen beruhen, werden die Ge- bäude im Zuge dieser Dienstleistung ausschließlich basierend auf Messdaten analysiert und bewertet. Von zentralem Interesse sind hierbei die Behaglich- keit bzw. der Nutzer*innenkomfort (Raumtemperatur, Schall, Luftfeuchte), das optimale Zusammenspiel des Bauteilspeichers mit regenerativen Energien sowie die Feststellung der tatsächlichen Ausnutzung des vorhandenen Speicherpotenzials. Für die Bewer- tung dieser Parameter werden vom Projektteam aus- sagekräftige Indikatoren entwickelt (Key Performance Indicators KPI) die auf eine möglichst große Breite bauteilaktivierter Gebäude anwendbar sind. Diese KPIs erleichtern Umsetzern und Branchenbetrieben zukünftig Planung, Umsetzung und Optimierung solcher Objekte und fördern das Vertrauen von Investor*innen durch bessere Planbarkeit und Bewer- tungsmethoden. Nutzer*innen im Mittelpunkt – Innenraumkomfort und sozialwissenschaftliche Befragungen Ergänzend zu einer ganzjährigen Erfassung von Raumlufttemperatur und Luftfeuchte in ausgewähl- ten Räumen jedes Demonstratorgebäudes werden viermal im Jahr (Hochsommer, Hochwinter, zweimal Übergangszeit) detaillierte Temperaturmessungen der Raumhüllflächen durchgeführt. Dabei werden pro Hüllfläche zumindest vier Punktmessungen durchgeführt, bei Besonderheiten wie beispielsweise Fenstern werden weitere Punkte erfasst. Mit Hilfe die- ser Messungen können in weiterer Folge die operative Raumtemperatur bestimmt sowie grobe (Strahlungs-) Asymmetrien erkannt werden. Um einen noch tieferen und detaillierteren Einblick in die Behaglichkeit von BTTAB - Breitentest von Gebäuden mit thermischer Bauteilaktivierung als flexibler und kostengünstiger Energiespeicher Um der thermischen Bauteilaktivierung in dieser noch sehr neuen Anwendung als Speicher zur beschleunig- ten Markteinführung zu verhelfen, soll im Zuge der nationalen F&E-Dienstleistung „BTTAB – Breitentest von energieeffizienten Demonstrationsgebäuden mit thermisch aktivierten Bauteilen“ einerseits Aufschluss über das Speicher- bzw. Energieflexibili- tätspotenzial gegeben und andererseits wesentliche Erkenntnisse in Bezug auf Nutzer*innenkomfort, Nutzer*innenzufriedenheit, ökonomische Aspekte in Planung, Errichtung und Betrieb sowie Funktionalität der Prozessabläufe generiert werden. Das Projekt- konsortium, bestehend aus AEE INTEC, e7 Energie Markt Analyse GmbH, hacon GmbH, Interdisziplinäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur, Fachhochschule Salzburg GmbH sowie FIN – Future Is Now, wählte 18 Demonstratoren in ganz Österreich aus, welche den Kriterien des Auftraggebers (BMK - Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Ener- gie, Mobilität, Innovation und Technologie) gerecht werden. Dazu zählen beispielsweise, dass die Projekte alle die Bauteilmasse als aktiven Energiespeicher nutzen, alle Bundesländer mit Demonstratoren vertreten sind und die Gebäude bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden. Die folgende Abbildung zeigt die hohe Diversität der ausgewählten Demonstratoren hinsichtlich Nutzung und den Bun- desländern zugeordnet. Des Weiteren wurde darauf geachtet, dass unterschiedliche Bauweisen und aktivierte Materialien (Beton, Ziegel, Holz), verschie- denste Arten der Integration erneuerbarer Energien sowie unterschiedliche Ausgangssituationen (Neu- bau, Bestandssanierung) im Portfolio vertreten sind. Geografische Zuordnung der 18 ausgewählten Demonstratoren in Österreich sowie Anwendungskategorie der Gebäude 7 6 SPEICHEROPTION BAUTEILMASSE
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