„nachhaltige technologien 03 | 2022"
bauteilaktivierten Gebäuden zu bekommen, werden in sechs Gebäuden unterschiedlicher Anwendung (Gewerbe, Universität, Büro, Wohnhausanlage, Kon- ferenzräumlichkeiten) spezielle Messaufnehmer über einen Zeitraum von jeweils zwei Wochen im Sommer und im Winter positioniert, welche neben der ope- rativen Raumtemperatur auch Luftgeschwindigkeit, Luftfeuchte und Temperaturen in unterschiedlichen Höhen erfassen und so eine noch detaillierter Bewer- tung des Innenraumkomforts ermöglichen. Ergänzend zum Energie- und Behaglichkeitsmoni- toring wurde ein spezielles Konzept zur Befragung und der Analyse der subjektiven Zufriedenheit der Gebäudenutzer*innen entwickelt, das bei den 18 De- monstrationsgebäuden angewendet wird. Gezielte Be- fragungender beteiligtenAkteur*innen (Investor*innen, Planer*innen, Ausführende) runden die Schaffung einer fundierten Wissensbasis ab. Darauf aufbauend werden die Erkenntnisse und Empfehlungen in einem Leitfaden für potenzielle Entscheidungsträger*innen aggregiert und veröffentlicht. Bewertung von Regelungsstrategien und Speicherpotential Sowohl die Bewertung der unterschiedlichen Regelungsstrategien sowie die Ausnutzung des Speicherpotenzials mit Hilfe einer Kennzahl stellt ein interessantes Problem dar, da einerseits ein geeigne- ter Vergleichswert zu definieren ist und andererseits auch eine passende Berechnungsmethode zu ent- wickeln ist. Simulationen jedes einzelnen Gebäudes sind in diesem Projekt nicht vorgesehen, daher sind andere Methoden heranzuziehen. Für beide Probleme arbeitet das Projektteam noch an der Entwicklung geeigneter Berechnungsmethoden und Darstel- lungsmöglichkeiten. Zur Bewertung des Speicher- potenzials wird eine Analogie zu Batteriespeichern erarbeitet und versucht, dort bekannte Parameter wie „Kapazität“ und „äquivalente Vollzyklen“ auf den Bauteilspeicher zu übertragen. Die Evaluierung der Regelungsstrategien zur möglichst effizienten Ausnutzung des vorhandenen Speicherpotenzials erfolgt zunächst anhand von Zeitreihenanalysen der Messdaten. Außerdem wird an der Neuentwicklung einer Kennzahl gearbeitet, die die vorliegende Regelungsstrategie mit einer Regelungsstrategie für klassische Fußbodenheizungen vergleicht. Status des Projekts Neben den vielen vorbereitenden Arbeiten konnte die Monitoringperiode für die ersten drei Objekte gestartet werden. Mit ersten Ergebnissen kann Ende 2023 gerechnet werden. Das voraussichtliche Projekt- ende ist im Oktober 2024. "Beton ist aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit und der Wärmespeicherkapazität prädesti- niert für Bauteilaktivierung. Heizen und Kühlen kann somit effizient im Niedertemperaturbereich erfolgen. Mit seiner thermischen Masse ermöglicht der Energiespeicher Beton, die Bauteile dann zu beladen, wenn volatil anfallende erneuerbare Energie vorhanden ist. Eine Win-win-Strategie für Gebäude und Energienetze, aber auch für die Nutzer*innen, die von der komfortablen Strahlungs- wärme profitieren." Sebastian Spaun , Geschäftsführer der VÖZ – Vereinigung der österreichischen Zementindustrie Foto: VÖZ_Michaela-Obermair Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt BTTAB https://www.aee-intec.at/index.php?preview=1&seitenId=224 https://nachhaltigwirtschaften.at/de/sdz/projekte/bttab.php Dipl.-Ing. Walter Becke ist Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Technologieentwicklung – Erneuerbare Energien“ bei AEE INTEC. w.becke@aee.at Dipl.-Ing. Christoph Rohringer ist Leiter der Gruppe „Erneuerbare Energien“ bei AEE INTEC. c.rohringer@aee.at Ing. Christian Fink ist Geschäftsführer von AEE INTEC. c.fink@aee.at
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