„nachhaltige technologien 03 | 2024"

Einstrahlung, der Abwärmemengen mit branchenspe- zifischen Faktoren auf Basis des Erdgasverbrauchs, der Kühlungsabwärme als Wärmepumpenquelle, des Wärmebedarfs unter 100 °C als Wärmepumpensenke und zudem das Biogaspotenzial der Fischerei- und Kar- tonagenfabriken. Das Abwärmepotenzial beläuft sich für alle ZIS-Unternehmen auf mindestens 84 139 MWh pro Jahr. Die Nutzung des Potenzials könnte 9 Mil- lionen Kubikmeter Erdgas ersetzen, was 24 550 CO 2 -Äquivalenten entspricht. Insbesondere die Glasverarbeitung mit ihren Hochtemperaturprozessen weist ein sehr hohes Potenzial für die Nutzung der überschüssigen Wärme auf. Fallstudien und Schlussfolgerungen Auf der Grundlage der globalen Analyse und der Vor- Ort-Besuche wurden drei Fallstudien für eine techni- sche und finanzielle Bewertung ausgewählt und an den österreichischen Projektpartner REENAG zur Ent- wicklung von Finanzierungs- und Betriebsmodellen weitergeleitet. Die finanzielle Durchführbarkeit von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien ist nur mäßig attraktiv und würde kaum zu einer Investition motivieren. Die Hauptattraktivität für die Unterneh- men liegt in der Beschaffung CO 2 -freier Energie, die den CO 2 -Fußabdruck der von ihnen hergestellten Produkte verringert, sowie in der Preisstabilität der gekauften Energie. Mit besonderem Augenmerk auf das Photovoltaikprojekt empfiehlt sich die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens durch Unterneh- men, die erneuerbaren Strom erwerben möchten. In der Abschlusspräsentation wurden die Er- gebnisse vorgestellt, und Workshops mit den Teilnehmer*innen durchgeführt, in denen Lösungen für Hindernisse und Motivationen erörtert wurden. Das Projekt unterstreicht das Engagement für die Einführung nachhaltiger Energien im Industriesektor in der Region und stellt einen Fahrplan für künftige Initiativen dar. Trotz aller Herausforderungen stellt das ZIS-Projekt einen entscheidenden Schritt in Richtung einer grüneren und nachhaltigeren Zukunft in der Region Callao und darüber hinaus dar. Durch das Projekt erhielt AEE INTEC Einblick in die peruanische Industrielandschaft mit ihren Treibern und Hindernissen und erlebte das hohe Interesse und den Innovationsgehalt, der aus den Stakholder*innen- Workshops entstehen kann. Diese Erkenntnisse nehmen wir gerne in zukünftige Projekte mit. Martin Lugmayr, Mag., Msc, Industrieller Entwicklungsexperte, Koordinator des Globalen Netzwerks von Regionalzentren für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, m.lugmayr@unido.org Josephin Paetzold, MSc. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. j.paetzold@aee.at Anais Garzon ist studentische Mitarbeiterin des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Gruber-Glatzl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Industrielle Systeme“ bei AEE INTEC. w.gruber-glatzl@aee.at „Heizen und Kühlen stellen eine große Chance für die Reduzierung von Treibhausgasen dar, da sie für 40 Prozent der weltweiten energiebezogenen Emissionen verantwortlich sind. Trotz zahlreicher verfügbarer erneuerbarer und energieeffizienter Lösungen schreitet die Marktakzeptanz nur langsam voran, insbesondere in Entwicklungsländern, in denen der Verbrauch immer noch wächst. Im Rahmen von Süd-Süd- und Dreieckskooperationen arbeitet die UNIDO mit Einrichtungen wie AEE INTEC am Wissens- und Technologietrans- fer für industrielle Anwendungen, um die Dekarbonisierung von Heizen und Kühlen zu be- schleunigen. Gemeinsam unterstützen wir die Entwicklung lokaler grüner Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesem Sektor." Rana Ghoneim, Leiterin der Division Energy and Climate Action, UNIDO Foto: UNIDO QGIS-Karte von Callao, Lima, mit Abwärmepotenzialen und möglichen Industriewärmenetzen Quelle: AEE INTEC

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