„nachhaltige technologien 03 | 2024"
Signature Ceremony - Austria-China ‘Low Carbon Building and Energy’ Joint Laboratory Agreement“, Foto: AEE INTEC / Tobias Weiss hina: Klimaschutz und wirtschaftlicher Wandel China nimmt eine Schlüsselrolle im globalen Kampf gegen den Klimawandel ein. Als größter Treibhaus- gasemittent der Welt hat das Land ehrgeizige Ziele: Bis 2030 soll der CO 2 -Ausstoß seinen Höchststand erreichen, bis 2060 will China klimaneutral sein 1 . Die CO 2 -Emissionen sollen bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 2005 sinken, der Anteil nicht-fossiler Brennstoffe im Primärenergieverbrauch auf 25 Prozent steigen und die Kapazität für erneuerbare Energien auf 1 200 Gigawatt ausgebaut werden 2,3 . Trotz seiner Rolle als größter Kohleförderer und -verbraucher investiert China massiv in erneuerbare Energien. 2022 entfiel die Hälfte der global neu installierten Kapazitäten auf China. Das Land kontrol- liert inzwischen mehr als 80 Prozent der weltweiten Produktionsschritte für Solarzellen und dominiert den Markt für Batterien für Elektroautos. Der Ausbau er- neuerbarer Stromkapazitäten ist beeindruckend: 2023 wuchs der Markt für Photovoltaik um 116 Prozent, der Windmarkt um 66 Prozent 4 . Zwischen 2023 und 2028 erwartet die Internationale Energieagentur (IEA) einen Zuwachs der installierten Erneuerbaren-Leistung um rund 2 060 Gigawatt 5 . Trotz dieser Fortschritte bleibt die Nachfrage nach Kohle hoch, während der Energie- verbrauch im Gebäudesektor explodiert. Seit der Jahrtausendwende ist der Energiebedarf in Chinas Wohn- und Geschäftsgebäuden rapide gestie- gen, wodurch das Land nach den USA zum zweitgröß- ten Energieverbraucher in diesem Sektor wurde. Der rasante Urbanisierungsprozess und das steigende Einkommen der Bevölkerung, einhergehend mit höheren Komfortansprüchen, treiben diesen Trend weiter an. Der steigende Energiebedarf, insbeson- dere für Gebäudekühlung und Betriebsstrom, verur- sacht hohe CO 2 -Emissionen im Gebäudebetrieb. In den Großstädten beeinträchtigt der hohe Verbrauch fossiler Energie die Luftqualität und das Mikroklima erheblich. Förderung von F&E-Aktivitäten zwischen China und Österreich Die TECXPORT-F&E-Initiative zielt darauf ab, den oben angesprochenen Herausforderungen durch die Förde- rung transnationaler Forschungs- und Entwicklungs- projekte zwischen Österreich und China zu begegnen. Die Initiative, unterstützt durch die internationalen Kontakte des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innova- tion und Technologie (BMK) mit dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST), ermöglicht bilaterale Forschungsprojekte 6 . Dadurch erhalten österreichische Forschungsein- richtungen und Unternehmen verbesserten Zugang zu chinesischen Partnern und Märkten. Seit 2016 ist AEE INTEC an fünf bilateralen Forschungs- und Ent- wicklungsaktivitäten mit chinesischen Unternehmen und Universitäten beteiligt. C Tobias Weiß Bilaterale Forschungs- partnerschaften: Österreich und China
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