„nachhaltige technologien 03 | 2025"

et al. (2024) in ihrem Papier fest: sie suggerieren keine Kreislaufführung, sondern eine Vermeidung bzw. erweitern den Scope auf den Biozyklus oder auch Kunststoffrecycling, die – wenngleich keineswegs irrelevant – nicht im Fokus des Tasks stehen. CCU: neue Märkte, neue Kooperationen Neben der Nutzung von energetischen Synergien und Synergien in Bezug auf Produktkreisläufe erschließt Kohlenstoffmanagement in Industriebetrieben neue Potenziale. Kohlenstoff dient in unterschiedlichen Formen als Rohstoff für zahlreiche industrielle Prozes- se. Damit dieser Kohlenstoff am Ende seiner Nutzung nicht in die Atmosphäre gelangt, sondern als Alterna- tive zu weiterem fossilen Kohlenstoff bereitgestellt werden kann, sind Kohlenstoffsenken (Verwerter) mit den (unvermeidbaren) Kohlenstoffquellen (Emitten- ten) zu matchen. Aus dieser Notwendigkeit entwi- ckeln sich neue Märkte und Möglichkeiten für neue, innovative Kooperationen. Der IETS Task 21 hat sich zur Aufgabe gemacht, mithilfe eines Business Model Canvas 3 neue Wertschöpfungsketten im Bereich CCU/ CCS zu identifizieren. Stakeholder in Österreich sowie auf internationaler Ebene werden dazu identifiziert und erfaßt. Auch Herausforderungen in Bezug auf Zielkonflikte bei der CO 2 -Abscheidung, beispielsweise Finden eines Optimums von Abscheidegrad, Reinheit des CO 2 und Energieaufbringung, werden im Task behandelt. Die Analyse von Wertschöpfungsketten von internationalen Projekten brachte hier erste Einsichten: Die Produktion von Basischemikalien und Kraftstoffen steht im Fokus von CCU-Forschungspro- jekten. Aktuelle Projekte benötigen meist nur kleine Mengen CO 2 , welche mitunter in Flaschen transpor- tiert werden können; für zukünftige großtechnische Umsetzungen gehen die Projektbetreiber*innen von einer ausreichenden CO 2 -Versorgung aus. Für eine großtechnische Nutzung muss die entsprechende Infrastruktur im Vorfeld geplant und implementiert werden. Neben der sogenannten “Hard-to-abate 4 “- Industrie steht auch CO 2 aus biogenen Quellen, insbe- sondere in höheren Konzentrationen, im Fokus. Daher sollte die CO 2 -Abtrennung im Rahmen des Ausbaus dieser Quellen in Betracht gezogen werden. Auch die LCA unter Beteiligung der BOKU zeigen, dass es eine Abscheidung aus biogenen Prozessen braucht, da bei der Abscheidung nur aus fossilen Prozessen aufgrund unterschiedlicher Zielkonflikte keine vollständige Vermeidung möglich sein wird (Ferrario et al., 2024). ANZEIGE 3 Business Model Canvas = strategisches Werkzeug, das die wichtigsten Elemente eines Geschäftsmodells auf einer Seite grafisch darstellt und der Entwicklung, Visualisierung und Analyse von Geschäftsmodellen dient 4 „Hard-to-abate“-Industrie = emissionsintensive Industriezweige, bei denen die Vermeidung von CO₂-Emissionen besonders herausfordernd ist (z.B. prozessbe- dingte Emissionen, technologische Einschränkungen); eine einheitliche und offizielle bzw. rechtsverbindliche Definition des Begriffs ist ausstehend

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