„nachhaltige technologien 03 | 2025"

Klimaneutrale Produktion und Kreislaufwirtschaft Darüber hinaus werden in der Brauwirtschaft auch Aspekte der Kreislaufwirtschaft immer stärker berücksichtigt. Reststoffe wie Gärreste werden zunehmend als Wertstoffe begriffen, die als Bio- Flüssigdünger oder Torfersatz in Kooperation mit regionalen Partnern genutzt werden können. Beispiele aus der Brauwirtschaft verdeutlichen damit, wie industrielle Symbiose und Kreislaufwirtschaft zur nachhaltigen Ressourcennutzung beitragen kön- nen. Durch die Integration innovativer Technologien und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern lässt sich eine nahezu vollständige Versorgung mit erneuerbarer Energie erreichen. Die Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion erfordert ein Zusammenspiel unterschiedlicher Strategien: Energieeffizienz in den Prozessen, Nutzung eigener Reststoffe zur Energieversorgung, Integration erneu- erbarer Energiequellen sowie die Verknüpfung mit benachbarten Industriebetrieben über Fernwärme- systeme. Das Beispiel der Brauerei Göss verdeutlicht, dass die Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion nur durch ein Zusammenspiel unter- schiedlicher Strategien möglich ist: Energieeffizienz in den Prozessen, Nutzung eigener Reststoffe zur Energieversorgung, Integration erneuerbarer Ener- giequellen wie Solarthermie sowie die Verknüpfung mit benachbarten Industriebetrieben über Fernwär- mesysteme. Michael Zotter ist seit 2023 Braumeister der Brauerei Göss. Andreas Werner hat in seiner aktiven Zeit als Braumeister in der Brauerei Göss wichtige strategische Weichenstellungen in Richtung „grüne Brauerei“ gesetzt. Christoph Brunner ist Geschäftsführer von AEE INTEC und hat die Entwicklung der nachhaltigen Bierproduktion sowie die Weiterentwicklung zu industriellen Symbiosen bei der Brauerei Göss im Rahmen von mehreren Forschungsprojekten unterstützt und begleitet. Bettina Muster leitet die Forschungsgruppe „Wasser- und Prozesstechnologien“ bei AEE INTEC. b.muster@aee.at Erreichte Einsparungen Insgesamt konnte die Brauerei Göss - durch die Kombination aus Energieeffizienzmaßnahmen, Fern- wärme aus dem benachbarten Betrieb, Solarthermie und Biogasproduktion aus den betriebseigenen Reststoffen – eine vollständige Versorgung mit er- neuerbarer Energie ermöglichen. Für Göss entspricht das einer Einsparung von 1.900.000 Nm³ Erdgas (Basis 2024) bzw. einer Reduktion der CO 2 Emissionen von 3.838 Tonnen pro Jahr. Die Regelung von Energieströmen in einer Brauerei umfasst die effiziente Nutzung und Verteilung von Energiequellen wie Biogas, Solarthermie und Ab- wärme, um die verschiedenen Prozessschritte wie Maischen, Kochen und Kühlen optimal zu versorgen. Durch den Einsatz moderner Technologien und indus- trieller Symbiose wird eine nachhaltige und ressour- censchonende Energieversorgung sichergestellt. Der Aminwäscher der Brauerei Göss dient der Aufbereitung des aus Gärreststoffen gewonnen Biogases, um erzeugte Gasüberschüsse in das öffentliche Gasnetz einspeisen zu können Foto: Brauunion Österreich „Industrielle Symbiosen sind ein Schlüsselbaustein für die klimaneutrale Transformation unserer Industrie. Sie ermöglichen es, Ressourcen effizient zu nutzen, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Projekte wie IS2H4C und Initiativen wie das vom Klima- und Energiefonds geförderte Innovationsnetzwerk NEFI zeigen, wie durch innovative Technologien und regionale Kooperationen nachhaltige industrielle Kreisläufe geschaffen werden können. In Österreich setzen wir mit der „FTI-Initiative für die Transformation der Industrie“ gezielt Impulse, um solche Modelle in die Praxis umzusetzen.“ Urban Peyker, Klima- und Energiefonds, Mission Director der „Net-Zero Industries Mission“ Foto: Klima- und Energiefonds ANZEIGE

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