„nachhaltige technologien 03 | 2025"

ltere Mehrparteienhäuser ohne Zentralheizung auf ein klimaschonendes Heizsystem umzustellen, ist eine besondere Herausforderung. Im Rahmen des EU-Projektes HAPPENING haben das Forschungsins- titut AEE INTEC und das gemeinnützige Wohnungs- unternehmen GWS ein zweistufiges Konzept mit Wärmepumpen erprobt und ausgewertet. Es sind immer wieder die älteren Geschosswoh- nungsbauten, die Wohnungsunternehmen bei der Wärmewende Kopfzerbrechen machen. So ging es auch dem gemeinnützigen Wohnbauträger GWS aus der Steiermark. Gemeinsam mit dem Forschungsin- stitut AEE INTEC aus Gleisdorf hat die GWS einen Gebäudeblock aus den 1940ern in Liezen auf ein neues Heizkonzept umgestellt. Bei den Gebäuden handelt es sich um eine sogenannte Südtiroler- Siedlung. Unter diesem Namen wurden Anfang der 1940er Jahre weitgehend standardisierte Gebäude für deutschsprachige Menschen aus Südtirol gebaut, die wegen des italienischen Nationalismus nach Österreich auswanderten. Dieses Pilotprojekt war Teil des von der EU im Rah- men von Horizon 2020 geförderten Projektes „HeAt PumPs in existing multi-family buildings for achie- ving union’s ENergy and envIroNmental Goals”, kurz HAPPENING. Zentralheizungen gab es in den fünf Gebäuden vor dem Beginn der Sanierung nicht. Die insgesamt 20 Wohnungen bezogen die Wärme für Heizung und Warmwasser zuvor jeweils aus eigenen Systemen – darunter Gaskessel, Elektroheizungen und mit Holz, Kohle oder Öl befeuerte Einzelöfen. Einige der Woh- nungen waren mit Radiatorheizungen ausgestattet, andere hingegen nicht. Die Gebäudehülle war zuvor bereits energetisch saniert worden, sodass der Heiz- wärmebedarf bei 70,6 kWh/m 2 liegt. Hinzu kommen noch 49 kWh/m 2 für die Warmwasserbereitung. Das neue System sollte Wärmepumpen in einer für Bestandsgebäude tauglichen Form in den Mittel- punkt stellen und dabei auch vor Ort erzeugte Ener- gie nutzen. In 18 der 20 Wohnungen entschlossen sich die Bewohner, an dem Projekt teilzunehmen. Die Forschenden von AEE INTEC entwickelten dafür ein zweistufiges Kaskaden-Konzept mit einem zwischengeschalteten Pufferspeicher. In der ersten Stufe liefern vier zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe Kaskaden-Wärmepumpe besteht Praxistest im Bestand Franz Hengel, Jakob Hütter Ä Das HAPPENING- System kommt in einem zusammenhängenden Riegel aus fünf Gebäuden in Liezen zum Einsatz. Heizzentrale und Photovoltaik-Anlage sind im beziehungsweise auf dem mittleren Gebäude installiert. Klein in weiß hinter dem Gebäude zu erkennen sind die Außeneinheiten der Luftwärmepumpen Foto: GWS 23 22 TECHNOLOGIEENTWICKLUNG

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