„nachhaltige technologien 03 | 2026"
Universitäre Infrastrukturen für Grünen Wasserstoff Seit Oktober 2025 läuft das Projekt „UNAM RealTest“, das die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Nachhal- tigkeit von Technologien für Grünen Wasserstoff untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei insbeson- dere die Materialverträglichkeit, großtechnische Tests sowie der Aufbau von Kompetenzen im Be- reich Schweißtechnik. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Deutschland, und dem International Institute of Welding (IIW) wurden Labore und Werkstätten an verschiedenen Standorten der University of Namibia (UNAM) eingerichtet. Außerdem hat das RealTest- Projekt ein Ausbildungsprogramm zum „International Welding Engineer“ (IWE) ins Leben gerufen, das am Ingenieurcampus der UNAM stattfindet. Dieses Pro- gramm stellt einen Durchbruch für das afrikanische Ökosystem der technischen Ausbildungen und die industrielle Entwicklung auf dem Kontinent dar. Es wird im Rahmen des weltweit anerkannten IIW- Konzepts durchgeführt und startete mit einer ersten Kohorte von 12 Stipendiaten, was einen bedeutenden Schritt beim Aufbau hochqualifizierter ingenieurwis- senschaftlicher Kapazitäten in Namibia darstellt. Stipendienprogramm „Youth for Green Hydrogen“ (Y4H2) Ziel des Y4H2-Stipendienprogramms ist es, gezielt Fachkompetenzen für den Aufbau der grünen Was- serstoffwirtschaft in Namibia zu entwickeln. Seit 2023 wurden im Rahmen der Initiative insgesamt 235 Stipendiatinnen und Stipendiaten – 130 Männer und 105 Frauen – in drei Jahrgängen gefördert. Die Stipendien richten sich an Studierende in Masterstu- diengängen sowie an Teilnehmer*innen von techni- scher Berufsbildung (TVET). Die Studierenden sind an verschiedenen Hochschulen und TVET-Einrichtungen eingeschrieben und belegen unter anderem Studien- gänge in den Bereichen Ingenieurwesen, erneuerbare Energien, Umwelt, Transport und Logistik, Schweißen und Metallverarbeitung, Installation und Wartung von Solaranlagen, Sanitärtechnik, Kfz-Technik sowie Mess- und Regeltechnik. Diese Qualifikationen wur- den auf der Grundlage einer im Land durchgeführten Kompetenzbewertung und Gap-Analyse in Bezug auf die Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff aus- gewählt. Zudem besteht eine Partnerschaft zwischen Fenni M.T Shidhika, MEng. mult., arbeitet in der Abteilung für Wissenschaft, Technologie und Kapazitätsaufbau bei SASSCAL (Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management). Shimweefeleni Gottlieb Hamutwe, MBA, ist technischer Experte für erneuerbare Energien bei SASSCAL und ist für Grüne Wasserstoff-Projekte verantwortlich. namibischen und deutschen Bildungseinrichtungen für Studienaufenthalte von Studierenden, um ihnen den Umgang mit modernen Geräten, Instrumenten, Einrichtungen, Werkstätten und Labors zu ermög- lichen, die in Namibia nicht verfügbar sind. Aller- dings stellt die Identifizierung geeigneter Partner für Praktika im Bereich der beruflichen Bildung in Deutschland aufgrund der Sprachbarriere eine Herausforderung dar. Studierende des Programms fanden nach Studienabschluss Beschäftigungsmög- lichkeiten in verschiedenen Initiativen der grünen Wasserstoffindustrie, beispielsweise bei Pilotpro- jekten und Forschungsprojekten an akademischen Einrichtungen. Resümee Die Umsetzung der verschiedenen Initiativen für Grünen Wasserstoff in Namibia hat zweifellos ent- sprechende wirtschaftliche und wissenschaftliche Auswirkungen nach sich gezogen, die gemeinsam mit einem unterstützenden politischen Rahmen zu Investitionen und zur Marktentwicklung für Grünen Wasserstoff und dessen Derivaten in Namibia beitragen. Starke Forschungspartnerschaften und Initiativen zum Kapazitätsaufbau werden künftige Innovationen und die Ausweitung des Sektors für Grünen Wasserstoff und dessen Derivate weiter vorantreiben und so zu einer florierenden grünen Industrialisierung des Landes führen. Der namibische Planungskomissar Obeth Kandjoze und die deutsche Bildungsministerin Anja Karliczek bei der Unterzeichnung der deutsch- namibischen Wasserstoff-Partnerschaft im August 2021. Im Rahmen des bilateralen Programms wurden über 200 Stipendien an junge Studierende aus Namibia vergeben. Foto: JCoI Programme – Namibia Green Hydrogen Programme
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