nachhaltige technologien_04_17_web
Kosten für die Technologien signifikant gesunken sind. Investitionen in Biotreibstoff und in Wärme aus erneuerbaren Energien sind immer noch sehr gering, jene in Windenergie, Photovoltaik und Wasserkraft lagen 2015 bei ungefähr 290 Milliarden US-Dollar (IEA, 2016). Nach einer Studie der Internationalen Energieagentur (2016) sind die Entwicklungen für die Dekarbonisierung der Energieerzeugung jedoch unzu- reichend, wenn man die globalen Ziele (Beschränkung des Temperaturanstiegs auf 2°C) erreichen will. Laut der Studie von Sen und Ganguly (2017) ist eine Verdopplungdes Anteils erneuerbarer EnergienamGe- samtweltenergieverbrauch in den nächsten 15 Jahren technisch und ökonomisch möglich. Handlungsbedarf ist dabei sofort gegeben. Jährliche globale Investi- tionen in Erneuerbare über alle Sektoren verteilt sol- len bis 2020 500 Milliarden US-Dollar übersteigen und von 2020 bis 2030 ist eine weitere Steigerung auf 900 Milliarden jährlich notwendig. Auftretende Probleme bei der Finanzierung Um diese Investitionslücke zu schließen und eine rasche Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien zu erreichen, sind einerseits staatliche Förderungen nach wie vor wichtig, wie Sen und Ganguly (2017) anführen. Dafür sind vor allem zwei Gründe im Kontext erneuerbarer Energien und deren Marktdurchdringung anzuführen. „Der Markt braucht Zeit, um sich an die erneuerbaren Technologien anzu- passen und derartige Unterstützungen sind wichtig, um die Asymmetrien zu fossilen Energieträgern zu reduzieren, da Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke im- mer noch stark subventioniert werden (IG Windkraft, 2015)“. Andererseits führen Sen und Ganguly (2017) an, dass damit auch signifikant größere Mengen dieser neuen Investitionen in Erneuerbare aus dem Bereich der privaten Finanzierung kommen müssen, um einen breiten Marktanteil erreichen zu können. Betrachtet man bestehende Barrieren und Hemmnis- se, lassen sich drei Aspekte als größte Schwachstel- len der Finanzierung darstellen: Investitionsrisiken, staatliche Förderungen und mangelnde Anreize für Investoren. Da erneuerbare Energien (renewable energy sour- ces – RES) eine kapital- und technologieintensive Industrie darstellen, werden Investoren mit vielen verschiedenen Unsicherheiten konfrontiert. Hohe Risiken (technisch und wirtschaftlich) lassen In- vestitionen in RES-Projekte unattraktiv wirken und erhöhen die Kapitalkosten für den Projektumsetzer. Weiters spielen staatliche Förderungen eine wichti- ge Rolle, da nach wie vor Asymmetrien zu fossilen Energieträgern bestehen. Es wird aber ein massiver Finanzierungsbedarf vorhergesagt und dem Staat steht nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Öffentliche, private und institutionelle Investoren sind daher für zukünftige nachhaltige Entwicklungen wichtig. Momentan wirken RES-Projekte durch lange Rückzahlungsperioden, illiquide Vermögenswerte und hohe regulatorische Abhängigkeiten unattraktiv auf Investoren. Es gilt also Anreize für diese zu schaf- fen. Risiko und Rendite stellen als Ausgangspunkte jeder Investitionsentscheidung wichtige Faktoren dar. Entscheidend ist eine weitestmögliche Risiko- reduktion und gleichzeitig eine Sicherstellung einer adäquaten Rendite. Investmentfonds als Möglichkeit der privaten Finanzierung Ein Fonds schafft die Möglichkeit, dass viele Kleinan- leger ihr Kapital nach der Idee der Risikostreuung ver- anlagen, wobei das Kapital fremdverwaltet wird. Das Prinzip der Risikostreuung ermöglicht eine Risikore- duktion, die Losgrößentransformation begünstigt ein Zusammentragen großer Kapitalsummen durch viele kleine Parteien, durch die Fremdverwaltung können Informationsasymmetrien abgebaut werden und um- fangreiche rechtliche Vorgaben schaffen Sicherheit für den Anleger. Dadurch können Kapitalkosten für den Projektumsetzer gesenkt und die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung gesteigert werden. Nachfol- gende Grafik stellt die Beziehungen der an einem Investmentfonds beteiligten Parteien dar. Bei der Kapitalanlagegesellschaft ist die Fondsverwaltung konzentriert, die Depotbank ist vor allem für die Ver- waltung der dem Fonds zugehörigen Vermögenswerte zuständig und mit den Anlegern, die ihr Geld in den Fonds investieren, schließt sich das sogenannte in- vestmentfondsrechtliche Dreieck. Zusätzlich hat auch die österreichische Finanzmarktaufsicht (bzw. in der Grafik die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht in Deutschland) eine Kontrollfunktion inne. Investmentfondrechtliches Dreieck Quelle: AEE INTEC Fonds (=Sondervermögen) Anleger Depotbank Kapitalanlage- gesellschaft BaFin überwacht Geld Ausgabe/Rücknahme der Anteile Kontrolle Verwaltung Kontrolle Verwahrung Treuhand- verhältnis 13 12 FINANZIERUNGSMODELLE
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