„nachhaltige technologien 4|2018“

Flexibilisierung von Fernwärmesystemen anhand von sieben Demonstratoren Die Bearbeitung des Forschungsprojektes „Ther- maflex“ basiert dabei auf der wissenschaftlichen Be- gleitung der sieben ausgewählten und nachfolgend dargestellten Demonstratoren auf systemischer Ebe- ne entlang des gesamten Prozesses von Idee und Konzeptentwicklung über Planung und Umsetzung bis zu Inbetriebnahme, Monitoring sowie Bewertung und fortlaufender Optimierung: Beispielhafte Darstellung der im Demonstrator “Vir- tuelles Heizwerk Gleisdorf ” geplanten Maßnahmen inkl. des aktuellen Fernwärmeausbaus (blau) und der geplanten Erweiterungsgebiete (blau-strichliert). Quelle: AEE INTEC • Virtuelles Heizwerk Gleisdorf Zentrales Element des Vorhabens in Gleisdorf ist die Kopplung der Abwasserreinigungsanlage mit der Energieversorgung der Stadt Gleisdorf. Durch geziel- te Optimierungsmaßnahmen soll der Biogasoutput des Kläranlagenfaulturms gesteigert werden und das überschüssige Biogas in einer Biogas-KWK-Anlage für erneuerbaren Strom und Wärme sorgen. Die Wärme soll dabei in das kontinuierlich wachsende Netz der Stadtwerke Gleisdorf eingespeist werden, der Strom wird ebenfalls eingespeist bzw. für den Eigenbedarf verwendet. Diese Anlage ergänzt ein Portfolio an ver- teilten Erzeugungsanlagen bestehend aus Biomasse- anlage (1,7 MW th ), Solarthermieanlage (0,7 MW th ) und Spitzenlastkessel auf Basis von Erdgas (3 MW th ). Ein Großwasserwärmespeicher von 500 m³, Rücklauftem- peraturabsenkung durch gezielte Objektversorgung aus dem Rücklauf und eine simulationsgestützte, smarte Regelung sind als weitere Elemente des „Vir- tuellen Heizwerks“ geplant. • Müllverbrennungsanlage Spittelau In diesem Projekt ist geplant, die anfallende Abwär- me aus der Rauchgaskondensation der Müllverbren- nungsanlage in der Spittelau in Wien als Quelle für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe zu nutzen und unter Einbezug der Erkenntnisse aus dem Test ver- schiedener Betriebsstrategien eine direkte Einspei- sung ins primäre Fernwärmenetz der Stadt Wien zu ermöglichen. Die thermische Leistung der geplanten Wärmepumpe liegt bei mehr als 10 MW. • Big Solar Salzburg Die Studie prüft die Möglichkeiten zur Integrati- on eines BigSolar-Ansatzes in das Fernwärmenetz der Stadt Salzburg. Die wesentlichen Elemente des Konzeptes bilden ein zentrales Solar-Kollektorfeld in Verbindung mit einem Großwasserwärmespeicher in direkter Kopplung mit einer Großwärmepumpe. Je nach Größe könnte das System ersten Abschätzun- gen nach jährlich bis zu 30 GWh zur Einspeisung in das Fernwärmenetz bereitstellen. • Low-Carbon-Fernwärme für die Stadt Leibnitz Die Möglichkeit der gezielten Nutzung von Abwärme eines Produktionsbetriebes bildet die Basis für das Vorhaben eines beschleunigten Ausbaus des Fern- wärmegebietes durch den multidirektionalen Zusam- menschluss von bestehenden Wärmenetzgebieten unterschiedlicher Eigentümer. Aufgrund des Netz- zusammenschlusses und des Einsatzes von Groß- wasserspeichern (insgesamt ca. 1.000 m³) wird die nicht permanent verfügbare Abwärme in optimierter Abstimmung mit dem Portfolio an verteilten Erzeu- gungsanlagen (insgesamt ca. 20 MW th ) und smarter Regelung bestmöglich genutzt werden können. • Konzeptionierung Ökoenergiepark Salzburg-Süd Um in Salzburg-Süd derzeit nicht nutzbare Nieder- temperatur-Abwärmepotenziale aus einem Industrie- betrieb zu erschließen, soll die Rücklauftemperatur der bestehenden Abwärmeschiene Salzburg-Hallein gesenkt werden. Dazu ist eine Absorptionswärme- pumpe im MW-Bereich angedacht, welche die An- triebsenergie aus dem Abdampf einer zu errichtenden und mit Biomasse angetriebenen Kraft-Wärme-Kopp- lungsanlage beziehen soll. Das Gesamtpaket soll mit

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