„nachhaltige technologien 4|2018“
usgangslage Der Wärmesektor zeichnet gemeinsam mit dem Verkehr für rund 39 % der gesamten Treibhausgas- emissionen in Österreich verantwortlich. Eine Errei- chung der politisch beschlossenen Klimaschutzziele ist ohne massive Reduktion in diesen Sektoren nicht darstellbar. Entsprechend sehen die Energiestrate- gien der Länder eine CO 2 -neutrale Versorgung in der Raumwärme teilweise bereits vor 2050 vor (vgl. z. B. Klimaschutzplan Steiermark, Masterplan Klima + Ener- gie 2020 des Landes Salzburg 1 ). Der Ausschluss fossi- ler Heizsysteme hat konsequenterweise inzwischen die politische Debatte als realistische Option er- reicht. Zu erkennen ist das unter anderem am Verbot für Ölheizungen für Neubau und Sanierungen oder an gezielten Förderungen für Erneuerbare. Ein massiver Umbau der Wärmeversorgungsinfrastruktur steht in den nächsten Jahren bevor – und er hat bereits be- gonnen. Für die öffentliche Hand stellen sich damit verbun- den nun gleichzeitig zwei Herausforderungen: Die politischen Ziele im Bereich des Klimaschutzes durch entsprechende Maßnahmen zu erreichen und den Umbau der Wärmeversorgungsinfrastruktur zu beschleunigen und so zu gestalten, dass eine zu- kunftsfähige Wärmeversorgungsinfrastruktur ent- steht. Mit dem Projekt „spatial energy planning for heat transition“ gehen die Bundesländer Wien, Steier- mark und Salzburg diese Herausforderungen aktiv an. Dieses Projekt ist Teil der Vorzeigeregion Energie „Green Energy Lab“ des Klima- und Energiefonds. Wärmeversorgung – Infrastruktur im Umbruch Der Umbau des Wärmemarktes und der -versorgung ist im Gange und bewirkt eine schrittweise Ablösung der fossilen Systeme. Informationsmangel bei Plane- rInnen, (politischen) EntscheidungsträgerInnen und InvestorInnen (z.B. Identifikation von Wärmequellen, Klarheit über bestehende technologische Optionen, etc.) und die allgemeine Komplexität der Fragestel- lung führen jedoch dazu, dass nachhaltige und lokal sinnvolle Technologien nicht in die Planung einbe- zogen werden. Hohe Transaktionskosten durch Pla- nung, technologisches Risiko und notwendige Vor- leistungen erschweren die Umsetzung von unter langfristiger und ganzheitlicher Betrachtung optima- A 1 Klimaschutzplan Steiermark http://www.technik.steiermark.at/cms/dokumente/11514048_67473811/a74a6e78/KSP-Steiermark-201101-low.pdf Masterplan Klima + Energie 2020 https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Seiten/salzburg2050-masterplan2020.aspx Quelle: Projekt „Spatial Energy Planning for Heat Transition“ des Klima- und Energiefonds Raumenergieplanung für die Wärmewende Alexander Rehbogen, Hermann Edtmayer, Ingo Leusbrock
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