„nachhaltige technologien 4|2018“

len Lösungen. Schlussendlich blockieren bestehende Infrastrukturen in der individuellen wirtschaftlichen Logik die Durchsetzung neuer Systeme. Insbesonde- re die netzgebundene Wärmeversorgung – in kleinem und in großem Maßstab - welche für die Integration erneuerbarer Energieträger eine zentrale Rolle ein- nimmt, bleibt so unter ihren Möglichkeiten. Die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingun- gen ist eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand. Der Umbau des Energiemarkts erfordert Information und Koordination, um die Potenziale aller erneuer- baren Energieformen auszuschöpfen und die verfüg- baren Ressourcen und Infrastrukturen bestmöglich einzusetzen. Marktunvollkommenheiten müssen ge- löst, Investitionssicherheit gewährleistet und neue Geschäftsmodelle (insbesondere für die netzgebun- dene Wärmeversorgung) ermöglicht werden, damit die großen Chancen des gegenwärtigen Umbaus der Wärmeversorgungsinfrastruktur nachhaltig genutzt werden können. Jede heute getätigte Investition de- terminiert die Infrastruktur für mehrere Dekaden, so- dass Lock-In Szenarien vermieden werden müssen. Räumliche Energieplanung: Die Innovation liegt im Prozess Mit verschiedenen hoheitlichen Steuerungsinstru- menten (allen voran Bauvorschriften und Förderun- gen) hat die öffentliche Hand in den letzten Jahren maßgeblich zur Entwicklung der Erneuerbaren im Wärmebereich beigetragen. Was bisher in den Inst- rumenten fehlte, war die räumliche Dimension. Erst über sie können die bestehenden erneuerbaren Po- tenziale sowie die bestehende Infrastruktur ausrei- chend berücksichtigt werden. Mit den Instrumenten der räumlichen Energieplanung steht nun ein neuer Bereich an der Schwelle zur Implementierung, der das Potenzial hat, zum Game-Changer im Wärme- sektor zu werden. Die Anwendung von räumlicher Energieplanung in den hoheitlichen Steuerungsins- trumenten kann einen wesentlichen Beitrag zur not- wendigen Unterstützung, Koordination und Kosten- effizienz (von Investitionen und Finanzierung) in der Wärmewende leisten. Durch die Verknüpfung von energierelevanten und räumlichen Informationen steht eine einheitliche, gemeinsame Datenbasis zur Verfügung die für über- geordnete, strategische Planung, für konkrete Areal- und Projektplanungen sowie für Monitoringzwecke (kommunale Energie- und CO 2 -Bilanzen) verwendet werden kann. Damit wird zukünftig die Arbeit von Landesverwaltungen (Raumplanung, Energie, Wohn- bauförderung), Gemeinden und Bauträgern/Planern unterstützt. Bürger profitieren vom verbesserten In- formationsangebot. Vorzeigeregion Energie Nachdem in den letzten Jahren wichtige Grundlagen in Österreich aufbereitet wurden, haben sich über die Vorzeigeregion Energie nun im „Green Energy Lab“ die drei in Österreich wohl führenden Bundesländer in diesem Bereich (Wien, Steiermark und Salzburg) zusammengeschlossen, um die Konzepte der räumli- chen Energieplanung in die praktische Umsetzung zu bringen. In einem mehrjährigen Projekt sollen unter der Leitung des Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen - SIR und gemeinsam mit den Landes- hauptstädten, Vorreiter-Gemeinden aller Größenord- nungen sowie maßgeblichen österreichischen For- schungseinrichtungen (TU Wien, TU Graz, AEE INTEC, e7, RSA iSpace) alle notwendigen Grundlagen für die Einführung von räumlicher Energieplanung erarbei- tet werden. 15 14 VORZEIGEREGION ENERGIE

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