„nachhaltigen technologien“ 4|2019
Versuchseinrichtung zur Ermittlung örtlicher Leckagen links: Messfeld (max. Breite 3,80 m, max. Höhe 3,66 m) rechts: Energie- u. Klimaeinheit (± 10 Pa bis ± 5000 Pa; 0,2 m³/h bis 3000 m³/h; -20 °C bis +60 °C) E Karin Hauer, Peter Schober, Georg Steiner, Jakob Haberl, Bernhard Nopp, René Eckmann, Roland Kerschenbauer, Karl Höfler, Armin Knotzer Das Entlarven von Leckagen in Bauteilen und der Gebäudehülle Bei Blower-Door-Messungen vor Ort werden sehr oft örtliche Leckagen, d. h. punktuelle Lecks in der Gebäudehülle bzw. dem Bauteil mit dem Handrücken, Rauchgas oder technischen Verfahren wie Thermo- Anemometern und Elektroakustik, aufgespürt (z. B. mangelhaft ausgeführte Leitungsführungen, Bau- teilanschlüsse – siehe Abbildung oben, technische Einbauten, fehlende/defekte Verschlussklappen). Dabei ist festzustellen, dass auch einzelne Leckagen zu erheblichen Bauschäden, von Schimmelbildung über Durchfeuchtungen bis hin zu strukturellen Schä- den führen können. Die Folge solcher Mängel sind mitunter hohe Streit- bzw. Sanierungskosten. Die exakte Bestimmung der Größe einer georteten Leckage in der Gebäudehülle bzw. dem Bauteil, um welche Luftvolumina es sich handelt und mit wel- cher Methode auch auf einer Baustelle möglichst praktikabel und exakt mittels einer zu entwickelnden Messsonde gemessen werden kann, waren Fragen, die in einem Forschungsprojekt der drei ACR-Institute Holzforschung Austria (HFA), Bautechnisches Institut (BTI) und AEE INTEC beantwortet werden sollten. ine möglichst luftdichte Gebäudehülle ist – nicht zuletzt auf Grund gesetzlicher Vorgaben – längst Stand der Technik. Neben dem Erreichen höherer Behaglichkeit für die NutzerInnen durch Vermeidung von Zuglufterscheinungen kann dadurch Bauschäden vorgebeugt werden, sowie insgesamt die energeti- sche bzw. Umweltperformance des Gebäudes durch die Reduktion unkontrollierter Lüftungswärmeverlus- te verbessert werden. Die Luftdichtheit wird in Gebäuden meist als Sum- menparameter mittels Blower-Door-Messung, auch Differenzdruck-Messverfahren genannt und gemäß ÖNORM EN ISO 9972 durchgeführt, bestimmt. Darüber hinaus gibt es in den projektbeteiligten Forschungs- einrichtungen Prüfstände, um die Luftdurchlässigkeit einzelner Bauteile (z. B. Fenster, Kaminbauteile oder Lüftungsgeräte) zu untersuchen. Zum Beispiel muss an Fenstern und Außentüren die Luftdurchlässigkeit im Zuge der CE-Kennzeichnung am Prüfstand gemäß ÖNORM EN 1026 ermittelt werden. Der Anschluss des Fensters an die Wand gemäß ÖNORM B 5321. Solche Messungen werden somit im Zuge der Produktent- wicklung und -verbesserung durchgeführt und auch in der Schadensaufklärung eingesetzt. Leckageortung mittels Thermo-Anemometer in einem steirischen Wohnhaus Foto: AEE INTEC Fotos: ©ACR/schewig-fotodesign
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