„nachhaltigen technologien“ 4|2019

• Druckabfall in der Messstrecke ist zu berücksichtigen • Die Querschnittsfläche des verwendeten Messrohres muss größer sein als die Fläche der gemessenen Leckage Letztlich schafften es die analysierten Hitzdraht(- film)anemometer bei den Messungen am Prüfstand am besten zu überzeugen, d. h. mit der Nullmessung an der Kalibrierplatte des Prüfstandes übereinzustim- men. Andere Methoden, wie Sensoren, die auf Luft- feuchte, mikrobielle Stoffe/Keime oder Indikatorgase ansprechen, wurden für die Messsondenentwicklung aufgrund der Kosten, der Handhabbarkeit, fehlender Robustheit und Reproduzierbarkeit der Messwerte bei konditionierten Bedingungen verworfen. Der Weg zur baustellentauglichen Messsonde In einem dritten Schritt folgten Überlegungen für ein praktikables „Baustellen-Design“ der Messsonde. Angefertigt wurden verschiedene Messrohre mit in- tegrierten fixen Halterungen für gängige Hitzedraht(- film)anemometer-Sensoren zur Strömungsberuhi- gung. Durch die unterschiedliche Ausführung der Messrohre können mehrere Messbereiche abgedeckt werden. Weiters entstanden mehrere Messadapter unterschiedlicher Form und Abmessung, die am Messrohr angeschlossen werden können. Diese Messsondenteile wurden im 3D-Druck-Verfahren hergestellt und zunächst auf der neu angeschafften Versuchseinrichtung zur Bestimmung örtlicher Leckagen an der Holzforschung Austria bei einer Druckdifferenz von 50 Pa, angelehnt an die Blower- Door-Messbedingungen in einem Gebäude, einge- hend untersucht (siehe folgende Abbildung). Validierungsmessung mit mobiler Messsonde an der Versuchseinrichtung Foto: Holzforschung Austria Strömungsmessungen am Prüfstand der HFA Die besondere Herausforderung lag einerseits in ei- ner reproduzierbaren Methodik für unterschiedlichste Druckdifferenzen und geringste Volumenströme (0,5 bis 5 m³/h), und andererseits in der Entwicklung einer Prüfeinrichtung bzw. Messmethodik, die sowohl für das Labor als auch für die Baustelle zur messtechni- schen Ermittlung von örtlichen Leckagen geeignet ist. Zuerst wurde ein Prüfstand zur Bestimmung örtlicher Leckagen angeschafft, mit dem hochpräzise Messun- gen auch an großformatigen Bauteilen bei ±10 bis ±5000 Pa Druckdifferenz und Leckagevolumina von 0,2 bis 3000 m³/h durchgeführt werden können. In einem zweiten Schritt wurden Messmethoden zur Strömungsmessung verschiedener Anbieter am Prüfstand getestet und verglichen, mit dem Ziel der Entwicklung einer mobilen Messsonde zur Nutzung sowohl am Prüfstand für die Produktentwicklung von Fenstern, Flachdächern oder Wand-Decken-Anschlüs- sen, als auch für die Qualitätssicherung auf der Bau- stelle. Folgende Messmethoden wurden untersucht: Differenzdruckmessung an laminarer Messstrecke, Flügelradanemometer, Hitzdraht-, Hitzfilm- und Hitzkugelanemometer, Ultraschallmessung. Messung mit Hitzdrahtanemometer an rohrförmiger Messstrecke am Prüfstand der Holzforschung Austria Foto: Holzforschung Austria Die Messungen wurden unter definierten Bedingungen wie Unter-/Überdruck von 10, 30, 50, 70 und 100 Pa Druckdifferenz an rohrförmigen Messstrecken mit unterschiedlichem Durchmesser durchgeführt und dokumentiert. Dabei wurden folgende Festlegungen getroffen: • Messungen müssen kalibrierbar sein • Die durch Leckagen verursachten Volumenströme durch einen Bauteil bzw. Bauteilbereich/- übergänge sind interessant, nicht die eigentliche Fläche der Leckage • Kombination mit Blower-Door-Test muss durchgeführt werden • Sowohl punktuelle als auch lineare Leckagen sollen erfasst werden 25 24 BAUEN UND SANIEREN

RkJQdWJsaXNoZXIy MzkxMjI2