„nachhaltige technologien 04 | 2020"
für Umwelt und Gesundheit darstellen, werden aber bislang noch nicht systematisch in BIM abgebildet. In diesem Projekt werden dazu Anforderungen und Da- tenstrukturen für das digitale Informationsmanage- ment von umweltrelevanten Produktdaten entwickelt und erstmalig Grundlagen für ein lebenszyklus- und lieferkettenbegleitendes Produktinformationsma- nagement von umweltrelevanten Eigenschaften von Bauprodukten und Haustechnikkomponenten in BIM geschaffen. Das Projekt wurde im Herbst 2020 gestartet und wird ebenso im Rahmen von Stadt der Zukunft gefördert. Ausblick Die Anwendung von Building Information Modeling fordert Änderungen im Bauprojektablauf und in der Arbeitsweise und setzt neue Kenntnisse und neue Organisationsmaßnahmen für alle Bauprojektak- teurInnen voraus. Gleichzeitig stellt BIM einen wichtigen Schritt im Bereich der Digitalisierung dar. Auch wenn es in vielen Bereichen noch kleinere und größere Schwierigkeiten sowohl technischer als auch nicht-technischer Natur gibt, wird BIM in Zukunft eine wichtige Rolle bei Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden spielen. Für AEE INTEC gibt es im Themenbereich des Building Information Modeling auch weiterhin einiges an Forschungsbedarf. So wäre zum Beispiel der logische nächste Schritt die Verknüpfung der jahrelangen Expertise im Bereich der dynamischen Simulation von Gebäuden und deren haustechnischer Anlagen oder der messtechnischen Evaluierung von Gebäuden mit BIM. Jedenfalls ist offensichtlich, dass der „open BIM“ Ansatz und die offene Herangehensweise klarer Favorit ist, wenn es darum geht, im nationalen und internationalen Kontext an Forschungsprojekten zu arbeiten. Beide oben genannten Forschungsprojekte sind mitt- lerweile abschlossen und deren Ergebnisse verfügbar. Aktuell laufende Forschungsprojekte von AEE INTEC zum Thema Building Information Modeling sind die Projekte „Green BIM“ und „BIMpeco“. Zunehmend werden Gebäudebegrünungen wie auch innovative großflächige horizontale Begrünungsvor- haben in unseren Städten umgesetzt und erhöhen nachweislich das Wohlbefinden der Menschen im direkten Wohn- und Arbeitsumfeld. Vor allem hoch- technisierte Fassaden- und Dachbegrünungen ver- langen eine gesamtheitliche durchdachte Planung, die abseits der Ausführung und Installation auch den laufenden Betrieb und die Pflege miteinschließt. In der Praxis ist es allerdings selten der Fall, dass der gesamte Lebenszyklus solcher Systeme von Beginn an mitgedacht wird. Dieser Problematik soll durch das Forschungsprojekt „Green BIM - Bauwerksbe- grünung als Teil BIM-basierter Planung und Pflege“ Abhilfe geschaffen werden. Aufbauend auf eine umfassende Status-quo-Analyse von bestehenden Bauwerks- und Gebäudebegrü- nungen werden die Kriterien für eine BIM-basierte Planung über den gesamten Lebenszyklus (Planung, Ausführung, Pflege, Wartung) ausgearbeitet. Anhand von ausgewählten Fallbeispielen wird eruiert, wie Gebäudebegrünungen in BIM modelliert und bereits bestehende Begrünungssysteme im Nachhinein digitalisiert und BIM-fähig werden. Ziel ist eine Ver- schmelzung der Begrünungs- und BIM-Planung zur friktionsfreien Umsetzung und Pflege. Das Forschungsprojekt wird im Rahmen von Stadt der Zukunft gefördert und läuft noch bis August 2022. Das Projekt „BIMpeco - Umweltrelevante Produktdaten in kollaborativen BIM-Umgebungen“ beschäftigt sich mit der Integration von qualitativen, umweltrelevan- ten Produktinformationen in eine BIM-Umgebung. Bauprodukte können aufgrund ihrer Schadstoffgehal- te oder Schadstofffreisetzungen ein Risikopotenzial Dipl.-Ing. David Venus ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Gebäude“ bei AEE INTEC. d.venus@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Goger, G., Piskernik, M., & Urban, H. (2018). Studie: Potenziale der Digitalisierung im Bauwesen|Empfehlungen für zukünftige Forschung und Innovationen Endfassung mit Stand per 1.12.2017. WKO, Forschung-Bau.At. Retrieved from http://www.forschung-bau.at/media/1369/201802_studie-potenziale-der-digitalisierung.pdf Michael Peneder, Matthias Firgo, G. S. (2019). Stand der Digitalisierung in Österreich. Retrieved from https://wien.arbeiterkammer.at/interessenvertretung/arbeitdigital/industrie40/Stand_der_Digitalisierung_in_Oesterreich.pdf
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