„nachhaltige technologien 04 | 2021"
Energie-Flexibilitäten unerlässlich. Um hier in Ver- bindung mit den Erzeugungsanlagen entsprechende Flexibilisierungspotenziale zu nutzen, wurden nach- folgende Elemente umgesetzt: • Ein Heizungspufferspeicher mit ca. 40 m³, • ein Trinkwasserspeicher mit ca. 70 m³, • Brauchwasserzisternen mit ca. 40 m³ zur Regenwassernutzung in Form von Brauch- und Gießwasser, • thermische Aktivierung von Beton- und Fundamentbauteilen, insbesondere in den Gewächshäusern, • stationäre Batteriespeicher, • ein Last- und Energiemanagement für die Stromverbrauchsanlagen, • mobile Batteriespeicher aus Elektrofahrzeugen, • ein smartes Regelungskonzept für die allgemeine Speicherfähigkeit der Gebäude, • Wärmerückgewinnung aus den Gewerbekälte- anlagen (Kühlhäuser + Gastrokühlpulte) sowie • Wärmerückgewinnung aus der Abwärme der Holzöfen. Optimierung durch Monitoring und Simulation Das Projekt wird durch ein umfangreiches Monitoring in Hinsicht auf den Energieverbrauch und die Behag- lichkeit der Räume begleitet. Somit ist einerseits eine Qualitätskontrolle der geplanten Komponenten möglich und anderseits erfolgt durch die online ver- fügbaren Monitoringergebnisse eine Optimierung des Betriebes und der Regelungstechnik. In begleitenden Simulationsberechnungen werden die Auswirkungen von möglichen Optimierungen dargestellt. Im Vorder- grund der simulativen Untersuchungen stand die Kernfrage, ob die Speichermassen genug Potenzial für die Überbrückung einiger Tage bieten, um Spitzenlasten der Wärmeerzeugung zu senken. Außerdem wurden Parameterstudien für die Identifizierung sensibler Größen durchgeführt. Für die Simulationsuntersuchun- gen wurde das Hauptgebäude nahezu wirklichkeits- getreu modelliert. Neben der Geometrie mit Wand- aufbauten, Fenstern und weiteren Bauteilen wurden auch alle Lastprofile in die Simulation implementiert. Dazu wurden unter anderen Personenbelegungen und -aktivitäten, Lüftungsschemen, Warmwasserver- brauch und -schemen, Betriebszeiten der Anlagen- Innovatives Energiekonzept Darstellung Energiekonzept Quelle: AEE INTEC, TBH GmbH Das Energiekonzept fasst bestehende Strukturen mit neuen Systemen zu einem hybriden Energieverbund zusammen. Dazu zählen auch die konsequente Umset- zung von kontrollierten Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, sowie eine Wärmeabgabe auf Basis von Niedertemperatursystemen (Fußboden- und Wandheizung sowie Bauteilaktivierung der Boden- und Deckenflächen). Eine Besonderheit sind thermisch hochwertig ausgeführte Gewächshäuser zur Eigenversorgung des Restaurantbetriebs. Aufgrund der vor Ort verfügbaren erneuerbaren Energiequellen Sonnenenergie und Biomasse und dem spezifischen Lastprofil für Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe mit hohem, saisonal relativ konstantem Stromverbrauch kommt Biomasse eine wichtige Bedeutung in der Energieversorgung zu. Eine Biomasse-KWK-Anlage mit 100 kW thermischer und 50 kW elektrischer Leistung wurde als Ergänzung der bereits umgesetzten Hackgutkesselanlage mit 2 x 150 kW thermisch geplant. Eine umfangreiche Abwär- menutzung aus Gewerbekälteanlagen und Holzöfen vervollständigen den Energieverbund. Bereitstellung und Nutzung von Energie-Flexibilitäten Aufgrund schwankender Lastprofile und zur Erreichung eines hohen Eigenversorgungsgrades mit vor Ort generierter, erneuerbarer, teilweise fluktuierender Energie war die Bereitstellung und Aktivierung von "Unseren Wunsch, am Pogusch eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nicht nur für den landwirtschaftlich-gastronomischen Bereich, sondern auch für den Energiesektor zu schaffen, konnten wir mit Hilfe unserer Partner erfolgreich umsetzen." Birgit und Heinz Reitbauer , Geschäftsführung Steirereck-Stadtpark GmbH Foto: Foto: Philipp Horak / Steirereck-Stadtpark GmbH
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