„nachhaltige technologien 04 | 2021"
Bereich ein sehr großes Energieeinsparpotenzial durch Verbesserung des Wärmerückgewinnungsgrads der Lüftungsanlage. Innovationsgehalt und Einzigartigkeit Das Projekt hatte das Ziel, die Entwicklung und Um- setzung eines Plus-Energie-Standards in exponierter Lage und unter der Voraussetzung einer stromnetz- dienlichen Betriebsweise zu zeigen. Die einzelnen eingesetzten Technologien sind nicht neu, sondern wurden bereits in vorangegangenen Projekten der letzten Jahre erfolgreich eingesetzt. Der besondere Innovationsgrad liegt aber in der intelligenten Ver- bindung dieser vielversprechenden Technologien zu einem smarten Gesamtenergiesystem, das aus Sicht des Projektteams bisher in keiner vergleichbaren Art und Weise umgesetzt wurde. Das Projekt Energy²POG geht über derzeitige innovative, österreichische De- monstrationsprojekte im Bereich des nachhaltigen Bauens hinaus, da im Projekt erstmals der Versuch unternommen wurde, Energie- und Ressourcenscho- nung für einen Restaurant- und Beherbergungsbe- trieb gesamtheitlich zu betrachten. Danksagung Das Leuchtturmprojekt "Energy²POG" wurde vom Bun- desministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie im Rahmen des Programms Stadt der Zukunft gefördert. komponenten, Heizung und Raumtemperatursollwer- te, Verschattungsstrategien, Bauteilaktivierung oder Fußbodenheizung in das Modell integriert. Um die Frage von möglichen Lastverschiebungen zu beantworten, wurden Simulationsuntersuchungen der Speichermassen eines der Gewächshäuser durchgeführt. Als Kennzahl diente die nach vollbeladenem Zustand der Speichermassen und Auskühlung in der kältesten Woche maximal erreichbare Überbrückungszeit. Die implementierte Bauteilaktivierung wurde mit einer Vorkonditionierungszeit von 48 h, einer Beladung auf 25 °C und einer dynamischen Auskühlung analysiert. Die Bewertung der Auskühlkurve zeigt, dass die Überbrückungszeit mittels aktivierter thermischer Speichermassen (Bauteilaktivierung) einige Tage be- trägt. Die Auskühlrate liegt mit den gegebenen Rand- bedingungen bei ca. 3.6 °C/Tag. Mit einer Auskühlung bis 14 °C, wie sie für das Gewächshaus zulässig ist, konnten die Spitzenlasten, die zwischen Donnerstag und Sonntag aufgrund des erhöhten Gastbetriebes auftreten, gesenkt werden. Die Heizenergie für die Räume des Hotelbetriebs konnte auf andere Tage verschoben werden. Wird das zweite Gewächshaus, in dem noch geringere Temperaturen zugelassen werden können, ebenfalls berücksichtigt, sind Verschiebungen bis zu vier Tagen möglich. Weitere energetische Unter- suchungen wurden in Bezug auf Verschattungs- und Lüftungsstrategien, Zulassung von höheren Raumtemperaturen im Winter durch Sonnenener- gienutzung und Reduktion der Vorlauftemperatur angestellt. Hierbei zeigte sich aufgrund der hohen benötigten Luftvolumenströme für den gesamten Dipl.-Ing. Dr. Karl Höfler ist Geschäftsführer bei Rosenfelder & Höfler consulting engineers GmbH & Co KG, Graz. hoefler@dibauphysiker.at Dipl.-Ing. Dr. Tobias Weiß leitet den Bereich „Gebäude“ bei AEE INTEC. Dipl.-Ing. Franz Hengel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Gebäude“ bei AEE INTEC. Ing. Waldemar Wagner leitet den Bereich „Technisches Labor und Daten“ bei AEE INTEC. Heinz Reitbauer ist Geschäftsführer der Restaurant Steirereck GmbH. Robert Pichler ist Geschäftsführer der TBH GmbH. 1 IFC (Industry Foundation Classes) ist ein Standard für den BIM (Building Information Modeling)-Datenaustausch IFC 1 -Modell des Hauptgebäudes, (Stand Nov. 2020 links und Modell in der Simulationssoftware rechts) Quelle: PPAG architects ztgmbh, Wien und AEE INTEC 23 22 GEBÄUDESIMULATION
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