„nachhaltige technologien 04 | 2022"
Sperrmüll dar, die in Österreich etwa 80 Prozent der Kunststoffabfälle ausmachen [4] . Unter Berücksichtigung der oben erwähnten EU- Zielvorgaben liegt der Fokus der Forschungstätigkeit von circPLAST-mr auf dem mechanischen Recycling der großvolumigen Kunststoffklassen Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol (PS). Diese machen zusammen etwa 60 Prozent des Produktionsvolumens der Kunststoffe in Europa aus [5] . Sie werden aufgrund der doch deutlich unterschiedlichen Produkteigen- schaften und -merkmale zudem weiter unterteilt in die Produkt- und Halbzeugkategorien Folienprodukte, Tiefziehprodukte, Spritzgießprodukte und Extrusions- blasformprodukte. Die sich daraus ergebende Struktur des Forschungs- programms mit sieben Arbeitspaketen AP1 bis AP7 zeigt Abbildung 2. circPLAST-mr umfasst somit den gesamten Wertschöpfungskreislauf des mechani- schen Recyclings von Kunststoffen, wobei die zent- ralen Prozessschritte durch essentielle Querschnitts- kompetenzen ergänzt und zusätzlich verknüpft werden. Alle Arbeitspakete werden zudem von einer der wissenschaftlichen Partnerinstitutionen geleitet. Signifikanter Wissens- und Kompetenzaufbau im Recyclingprozesskreislauf von Kunststoffen Aufbauend auf bestehenden Kompetenzen der betei- ligten wissenschaftlichen Partner*innen und Unter- "Für die Schließung des Kunststoffkreislaufes braucht es partnerschaftliche Kooperationen sowie innovative Recyclingprozesse. Das einzigartige Partnerkonsortium im Projekt „circPLAST-mr“ deckt die gesamte Kunststoffwertschöpfungskette ab. Die im Labor gewonnenen Erkenntnisse werden zudem in den Industriemaßstab für eine praxisnahe Forschung übertragen. Dies wird uns als Maschi- nenbauer in den Bereichen Zerkleinerungs-, Wasch-, Trenn- und Trocknungstechnik zukünftig helfen, uns optimal abgestimmt in den Gesamtrecyclingprozess zu integrieren und bessere Lösungen für ein hochqualitatives, nachhaltiges und kosteneffizientes Kunststoffrecycling bereitzustellen." Selina Möllnitz, Product Manager, Lindner-Recyclingtech GmbH Foto: privat 11 Wissenschaftliche Partner: • Johannes Kepler Universität (JKU) Linz: • Institut für Polymeric Materials and Testing (JKU-IPMT) • LIT Factory (LIT Factory) • Institut für Chemische Technologie Organischer Stoffe (JKU-CTO) • Institut für Umweltrecht (JKU-IUR) • AEE INTEC (AEE INTEC) • Competence Center CHASE GmbH (CHASE) • Energieinstitut an der JKU Linz (El-JKU) • JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesell- schaft mbH (JR-DIGITAL) • Montanuniversität Leoben: • Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft (AVAW) • Software Competence Center Hagenberg GmbH (SCCH) • Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH (TCKT) Projektpartner| circPLAST-mr 14 Unternehmenspartner: • ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG (ALPLA) • Altstoff Recycling Austria AG (ARA) • APC Advanced Polymer Compounds (APC) • Borealis Polyolefine GmbH (Borealis) • Business Upper Austria - OÖ Wirtschafts- agentur GmbH (BIZ-UP) • ENGEL Austria GmbH (ENGEL) • EREMA Engineering Recycling Maschinen u. Anlagen GmbH (EREMA) • GAW technologies GmbH (GAW) • Greiner Packaging International GmbH (GPI) • Lindner-Recyclingtech GmbH (Lindner) • 0.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen GmbH (LAVU) • OSMO Membrane Systems GmbH (OSMO) • Saubermacher Dienstleistungs AG (SDAG) • Starlinger & Co. Gesellschaft m.b. H. - viscotec (viscotec) Zielsetzung und Forschungsprogramm des Leitprojekts Die übergeordnete Zielsetzung von circPLAST-mr besteht darin, einen wesentlichen Beitrag zur sys- tematischen, wissenschaftsbasierten Wissensge- nerierung und zum weiteren Kompetenzaufbau in Österreich im Hinblick auf die Erreichung künftig deutlich erhöhter mechanischer Recyclingquoten zu leisten. Ausgehend vom Stand der Technik und sich daraus ableitender Schlussfolgerungen und Problem- stellungen sollen diese Quoten mit bestmöglicher Materialqualität für spezifizier- und zertifizierbare und damit „marktfähige“ Kunststoff-Rezyklate und daraus hergestellter Endprodukte erreicht werden. So wird auch die Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Unternehmen gesteigert, um an den künftigen Ent- wicklungen für Produkte aus Rezyklat-Kunststoffen und deren wachsenden Märkten zu partizipieren. Die Erreichung hochwertiger Kunststoff-Rezyklate mit spezifisch eingestellten Eigenschaftsprofilen und Funktionalitäten („spezifikationsgerechte“ Re- zyklate) erfordert einen umfassend-systematischen Ansatz mit Integration der gesamten Prozesskette von der Abfall-Sammlung über die Abfall-Aufberei- tung bis hin zur Materialkonversion durch den Ex- trusionsprozess allenfalls inkl. Compoundierung zur Materialmodifizierung im Sinne eines „Upcyclings“ (Abbildung 1). Eine besondere Herausforderung stellt die Wiederverwertung von Kunststoffen in kunststoffhaltigen Mischabfällen wie Restmüll und Abbildung 1: Schematische Darstellung des Forschungsgegenstandes von circPLAST-mr und der übergeordneten Zielsetzungen entlang des Wert- schöpfungskreislaufs, inkl. wesentlicher Prozessschritte und ausgewählter Kunststoffklassen. (wPE, wPP, wPET, wPS – Abfallfraktionen (waste) der Kunststoffe PE, PP, PET und PS; rPE, rPP, rPET, rPS – rezyklierte Kunststoffe) Tabelle 1: Wissenschaftliche Partner*innen und Unternehmens- partner*innen des Leitprojekts „Mechanisches Recycling von Kunststof- fen: Von Abfall-Kunststoffen zu hochwertigen, spezifikationsgerechten Rezyklaten (circPLAST-mr)“ Quelle: JKU Linz Getrennte Sammlung (Gelbe/r Tonne/Sack, Bezirksabfallverbände) (Vor-) Sortierung wPE wPP wPET wPS rProdukte (Fallbeispiele) rPE rPP rPET rPS Zerkleinerung, (Nach-) Sortierung, Waschpro- zesse Aufschmelz- und Compoundier- Prozess bis zu Rezyklaten Bauteile aus Kunststoffre- zyklat Mischabfälle (Schwarze Tonne, Industrieabfall. Gewerbeabfall, etc.) über die Prozessschritte des mechanischen Recyclings ~20% ~80% Von Abfall-Kunststoffen als Sekundär-Rohstoff (waste plastics, wP) zu hochwertigen Rezyklat-Produkten (recyclate products. rP)
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