„nachhaltige technologien 04 | 2022"

Bereich Energieeffizienz. Insgesamt wurden mehr als 100 Konzepte implementiert, die ein Spektrum von Mitarbeiterschulung über Verlustminimierung durch Isolierungen bis zu Regelungsoptimierungen von Heizkesseln umfassten. Für diese sogenannten „Low-hanging Fruits“ wurden in der Regel sehr kurze Amortisationsdauern von wenigen Tagen bis maxi- mal zwei Jahren erreicht. Ergänzend wurden Wärme- rückgewinnungsmaßnahmen gesetzt. Hauptziel des Projektes waren schließlich Umsetzun- gen solarer Prozesswärme, um zu zeigen, dass diese Konzepte nicht nur technisch, sondern auch wirt- schaftlich sehr sinnvoll sind. Diese wurden von der UNIDO über direkte Investitionsförderungen unter- stützt, um anfängliche wirtschaftliche Risiken abzu- federn. Die erste Anlage in Malaysien wurde in einem Lebensmittelbetrieb umgesetzt: PPNJ Poultry & Meat Sdn. Bhd. in der Provinz Johor produziert Geflügel für den Verkauf in Supermärkten und an Restaurants. Dafür müssen geschlachtete Hühner in einem Was- serbad bei einer Prozesstemperatur von etwa 80 °C gereinigt werden. Im Ausgangssystem wurde dafür Strom für die Dampferzeugung zur Beheizung des Wasserbades verwendet. Das Konzept zur Integrati- on solarer Prozesswärme sah die Bereitstellung von Prozesswasser bei einer Temperatur von maximal 91 °C vor, womit ein solarer Deckungsgrad von etwa 80 Prozent erreicht werden sollte. Im umgesetzten System versorgt ein 119 m² großes Kollektorfeld (Va- kuumröhren) einen 8 m³-Speicher, in den auch das Backupsystem (Strom) integriert ist, mit Solarwärme. Jährlich eingesparte CO 2 -Emissionen von etwa 266 Ton- nen sprechen für sich und das Monitoring hat gezeigt, dass die gesetzten Ziele erreicht werden konnten. Ein besonderer Erfolg des Projektes war die Prämie- rung mit dem „ASEAN ENERGY AWARD 2018“. Insge- samt wurden fast 50 Konzepte solarer Prozesswärme entwickelt, 18 zur Förderung vorgeschlagen und initiiert. Einige davon befinden sich noch in der Um- setzungsphase und sollen bis Ende des Jahres auch nach dem Projektabschluss implementiert werden. Entscheidungsträger und das Top-Management, (ii) Produktionsverantwortliche und Energiemanager in den Industriebetrieben, (iii) Berater und Technolo- gieanbieter und (iv) die Ausbildungsinstitutionen. Abgestimmt auf den Bedarf der einzelnen Zielgruppen wurden bei AEE INTEC spezifische Informations- Workshops, Trainings und Ausbildungsprogramme- entwickelt, angeboten und umgesetzt. Damit ist es gelungen, das Thema in sieben Jahren mehr als 1 500 Teilnehmer*innen in den Veranstaltungen näherzu- bringen. Ausbildungskonzept Kern der Ausbildung auf dem Weg zu tatsächlichen Umsetzungen im industriellen Bereich sind die Ex- pertentrainings. Dem Grundsatz „efficiency is the first fuel“ folgend, widmet sich der erste Trainings- block (4 Tage) der Methodik eines Energieaudits und der Identifikation und Bewertung von (thermischer) Energieeffizienz anhand der Methode der Pinch- Analyse (Wärmeintegration). Das Gelernte wird in einem Zeitrahmen von 6 Monaten angewandt und für den Industriebetrieb ein Audit, beginnend mit der Erhebung des Ist-Standes durchgeführt. Die Ergebnis- se werden im zweiten Training (4 Tage) präsentiert und der Fokus auf die Identifikation und Bewertung möglicher solarer Prozesswärmekonzepte gelegt. Ziel war es, ein erstes Konzept einer solaren Integration zu entwickeln, ohne jedoch auf detaillierte Simulati- onen und Programme zurückgreifen zu müssen. Dafür wurde bei AEE INTEC ein speziell zugeschnittenes SHIP-Tool entwickelt, das den Trainingsteilnehmern zur Verfügung gestellt und im Training erarbeitet wurde. Das Tool half dabei, Konzepte für solare Pro- zesswärme zu entwickeln, die über einfache Vorstu- dien hinausgehen. Die Ergebnisse wurden mit den Industriebetrieben diskutiert und weiter ausgearbei- tet. Ziel war es, konkrete Umsetzungen zu initiieren. Umsetzungen Ein direkter Nutzen für die beteiligten Industrie- betriebe waren die entwickelten Maßnahmen im Experten- Ausbildungskurs in Malaysia Foto: AEE INTEC

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