„nachhaltige technologien 04 | 2023“

Eine weitere Herausforderung hängt sicherlich mit dem Erscheinungsbild der renovierten Gebäude zusammen. Sie könnten attraktiver, mit einer vielfäl- tigeren Auswahl an Farben und Materialien sein. Die Lösung könnte ein Architekturwettbewerb sein, bei dem für jeden der gängigsten Gebäudetypen einige Standardlösungen entwickelt werden, aus denen die Wohnbaugesellschaft diejenige auswählen kann, die ihr gefällt. Die Lösungen sollten architektonisch anspruchsvoll, aber gleichzeitig standardisiert sein, damit eine industrielle Vorfertigung möglich ist und die Sanierung für die Bewohner*innen erschwinglich bleibt. 3. Stärkere staatliche Unterstützung für serielle Sanierungen: In Estland beträgt der Fördersatz für normale Renovierungen in Großstädten 30 Prozent und für serielle Sanierung 50 Prozent der Inves- titionskosten. KMT Prefab hat in Zusammenarbeit mit dem Baupartner errechnet, dass bei einem Förder- satz von 50 Prozent die Sanierung mit vorgefertigten Fassadenelementen für die Wohnbaugesellschaft ca. 10 Prozent günstiger ist als eine normale Sanierung mit einem Fördersatz von 30 Prozent. 4. Kontinuierliche Produktentwicklung: KMT Prefab erreicht bei der Produktion von Hauswandelementen mittlerweile einen Vorfertigungsgrad von 98 Prozent. Wir arbeiten ständig mit Forscher*innen zusammen, die uns dabei helfen, mit Laborversuchen die besten Lösungen zu finden. Für die Jahre 2021-2027 beträgt der Sanierungs- zuschuss für Mehrfamilienhäuser in Estland 360 Millionen Euro, davon wurden bislang 80 Millio- nen Euro ausgegeben. Die Wohnungsgenossenschaf- ten entscheiden selbst über die Art der Sanierung – entweder herkömmliche oder serielle Sanierung mit vorgefertigten Elementen. Bis Anfang 2025 ist es notwendig, Förderentscheidungen über Kredex für diesen Gesamtbetrag zu treffen, damit das Geld bis Ende 2027 ausgezahlt werden kann. Im Durchschnitt kann es von der Gewährung des Zuschusses bis zum Abschluss der Bauarbeiten, einschließlich Entwurf, Koordination und Bauausführung, zwei Jahre dau- ern. Noch heuer ist die Ankündigung der nächsten Förderrunde (Anfang 2024) mit einem Volumen von 160 Millionen Euro geplant. Die estnische Wood- house Association setzt sich dafür ein, dass ein fixer Anteil für serielle Sanierung reserviert wird. Weiteres Verbesserungspotenzial Da Sanierungen mit vorgefertigten Elementen breit angelegt sind und verschiedene Lösungen bieten, wäre es äußerst wichtig, ein gut visualisiertes Berechnungs- und Wirtschaftlichkeitsanalysetool basierend auf den unterschiedlichen Gebäudetypen zu entwickeln. Damit könnte man sehr schnell einen Überblick über die tatsächlichen Kosten für die Woh- nungseigentümergemeinschaft, Energieeinsparun- gen und zukünftige Kreditzahlungen erhalten. Dies würde jeder Wohnungseigentümergemeinschaft die Möglichkeit geben, die kostengünstigste Lösung ba- sierend auf den Bedürfnissen ihrer Wohnungseigen- tümergemeinschaft zu finden. Der primäre Prototyp dieses Tools wurde an der Technischen Universität Tallinn im Rahmen des europäischen Forschungspro- jekts „oPENLab 2 “ entwickelt. Mari-Ann Eensaar ist Verkaufsleiterin von KMT Prefab. mari-ann@kmt.ee Fotos: KMT Prefab 23 22 SERIELLES SANIEREN

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