„nachhaltige technologien 04 | 2023“
Mitgliedstaaten betreffen. Zudem sieht die EPBD den Ausstieg aus fossilen Heizungssystemen vor: Öl- und Gasheizungen sollen ab 2024 nicht mehr subventi- oniert und ab 2040 nicht mehr betrieben werden. Allerdings wurde diese Vorgabe durch die Einführung einer Ausnahme für „Hybridsysteme“ erheblich auf- geweicht. Auch, wenn die Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Europäischer Kommission und den EU-Mitgliedsstaaten sowie die Einigung zwischen Rat und Parlament noch ausstehen, ist die Richtung klar. Vor diesem Hintergrund bieten serielle Sanierungs- lösungen bereits heute Antworten auf die Heraus- forderungen von morgen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Gebäude schnell, bezahlbar und mieterfreundlich von der schlechtesten auf die beste Energieeffizienzklasse bringen. Alle bislang umgesetzten Projekte haben einen energetischen Sprung von G oder H nach A gemacht – ein Effizienzniveau, das einem hochmoder- nen Neubau entspricht. Ein wichtiger Baustein des Energiesprong-Prinzips ist der NetZero-Standard: Über Photovoltaik auf dem Dach und bei höheren Gebäuden auch Teilen der Fassade erzeugen die Gebäude im Jah- resdurchschnitt mindestens so viel erneuerbare Ener- gie, wie die Bewohnenden für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom benötigen. Nahezu alle Projekte haben deutlich besser performt als geplant und erzeu- gen wesentlich mehr Solarstrom als benötigt wird. Die hohen Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent und günstige Preise für den Mieterstrom kompensieren die Modernisierungsumlage, sodass die Mieterinnen und Mieter im Idealfall unterm Strich nicht mehr zahlen als vorher. Somit eröffnet das serielle Sanieren neue Perspektiven für die klima- und sozialverträgli- che Transformation des Gebäudebestandes. Wie jede Innovation ist auch das serielle Sanieren anfangs noch teurer als eine konventionelle ener- getische Modernisierung. Die für neue Technologien typischen Kostennachteile werden durch die 2021 gestartete Bundesförderung Serielles Sanieren (Fokus Entwicklung) sowie die 2023 im Rahmen der Novellie- rung der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) eingeführten Boni für Serielles Sanieren und Worst Performing Buildings (Fokus Realisierung) ausgegli- chen. Mit Tilgungszuschüssen von bis zu 45 Prozent und zinsgünstigen KfW-Krediten, die 2 bis 3 Prozent unter den marktüblichen Konditionen liegen, ist das serielle Sanieren bei deutlich schnellerer Umsetzung in etwa auf dem Kostenniveau konventioneller ener- getischer Modernisierungen. Damit hat das Bundes- ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Weichen für eine breite serielle Sanierungswelle gestellt. Antworten auf die Herausforderungen von morgen Mit der geplanten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) dürfte sich der Sanierungsdruck in Zukunft weiter erhöhen. Im März sprach sich das EU-Parlament für eine kon- krete Sanierungspflicht ineffizienter Gebäude aus: Bis 2030 müssen Wohngebäude mindestens Klasse E und bis 2033 Klasse D erreichen. Nichtwohngebäude und öffentliche Gebäude müssen diese Energieeffizi- enzklassen bereits drei Jahre früher erreichen. Nach Angaben der EU-Kommission würde die erste Sa- nierungswelle rund 30 Millionen Gebäude in den Ariane Steffen ist Kommunikationsexpertin im Energiesprong-Team der dena. Ariane.Steffen@dena.de Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Energiesprong Reallabor Sanierung 4.0 – Serielle Sanierungslösungen Am 12.7.2023 informierte sich Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck im LEG Reallabor über das innovative Sanierungsverfahren Foto: LEG / Peter Weihs Foto: dena / Jörg Parsick-Mathieu
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