„nachhaltige technologien 04 | 2024"

Pilotanlage sowie für künftige Speicher- anlagen ermittelt. Des Weiteren wird in ATES Vienna ein technisches Konzept für die Durchfüh- rung eines Fördertestprogramms im Rahmen einer Pilotanlage entwickelt. Dieses Konzept umfasst unter anderem die Bohrplanung sowie die Planung der oberirdischen Anlagen. Zudem wird ein technisches Konzept für eine voll funkti- onsfähige ATES-Anlage erstellt, die in das bestehende Fernwärmenetz integriert werden kann. Beide Forschungsprojekte beinhalten auch eine wirtschaftliche Analyse der jeweiligen Technologie. Dabei wird die betriebliche, wirtschaftliche und ökologische Relevanz der ATES-Anlage bzw. Erdbe- ckenspeicher-Anlage sowie anderer erneuerbarer Energietechnologien in einem Gesamtportfolio der Fernwärmeerzeuger simuliert und bewertet. Die Ergebnisse der beiden Wärmespeicher-Projekte legen den Grundstein für die zukünftige erneuerbare Wärmeversorgung in urbanen Ballungsräumen und sind eine der Schlüsseltechnologien zur Dekarboni- sierung der Fernwärme. Die Forschungsarbeiten werden vom Klima- und Energiefonds und von der EIB (European Investment Bank) unterstützt und vom Green Energy Lab begleitet. Durch die Umkehrung der Fließrichtung im Winter wird das heiße Thermalwasser wieder an die Oberflä- che gefördert und für die Wärmeversorgung genutzt. Ein wesentlicher Vorteil von ATES liegt im geringen Oberflächenbedarf, weshalb diese Speichertechnolo- gie vor allem für urbane Gebiete interessant ist. Im Rahmen des Forschungsprojekts ATES Vienna werden auf Basis der bereits vorliegenden Explorati- onsdaten aus dem Projekt GeoTief Wien potenzielle ATES-Lagerstätten bewertet und charakterisiert. Mithilfe thermischer, hydraulischer und chemischer Prozessmodellierungen werden die Speichereigen- schaften dieser Lagerstätten untersucht und die verfügbaren Kapazitäten abgeschätzt. Anhand der geologischen Analysen und Simulationen werden potenzielle Standorte für die Errichtung einer "Die vollständige Dekarbonisierung der Fernwärme kann unter anderemmit der Integration saisonaler Wärmespeicher erfolgen. Damit kann etwa die überschüssige Wärme aus den Sommermonaten für die kalten Jahreszeiten zur Verfügung gestellt werden. Um die Entwicklung solcher Wärmespeicher voranzutreiben, sind Forschungsaktivitäten, aber auch Investitionsförderungen wichtig." Karl Gruber, Geschäftsführer Wien Energie GmbH Foto: Wien Energie / Stefan Joham Dipl.-Ing. in Lisa Sophie Weginger, Projektleitung Strategische Fernwärmeprojekte, Wien Energie GmbH lisa.sophie.weginger@wienenergie.at Dipl.-Ing. in Helene Mooslechner, Projektmanagerin Tiefengeothermie, deeep Tiefengeothermie GmbH. helene.mooslechner@deeep.at Dipl.-Ing. Dr. Rusbeh Rezania, Abteilungsleiter Ausbau erneuerbare Fernwärmeversorgung, Wien Energie GmbH. rusbeh.rezania@wienenergie.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekt ATES Vienna AP 2: Ressourcenbewertung Geologische Gegebenheiten AP 2: Kriterien Katalog für Wärmespeicher AP 3: Technisches Konzept AP 4: Bewertung der wirtschaftlichen und Ökologischen Auswirkung AP 5: gezielte Kommunikation und Umsetzungsplan Entwicklung von Wärmespeicherprojekten Quelle: Wien Energie

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