„nachhaltige technologien 04 | 2025"

Ingo Leusbrock, Bereichsleiter Städte und Netze, AEE – Institut für Nachhaltige Technologien, i.leusbrock@aee.at Thomas Pauschinger, Forschung und Entwicklung international, AGFW, t.pauschinger@agfw.de   Wissenstransfer für Österreich und Europa Die Erkenntnisse aus dem Annex TS5 gehen weit über einzelne Projekte hinaus. Sie bilden die methodische Grundlage für die Planung der Wärmewende in Städ- ten und Gemeinden und dafür notwendige nationale Strategien, wie sie derzeit in mehreren europäischen Ländern entstehen. Das im Projekt entwickelte Guide- book fasst hierzu Best Practices, Planungswerkzeuge und politische Handlungsempfehlungen zusammen – praxisnah und unmittelbar anwendbar. Gerade für Österreich, wo viele Wärmenetze noch stark auf fossiler KWK oder Biomasse basieren, liefert TS5 konkrete Werkzeuge, um bestehende Infrastrukturen schrittweise in erneuerbare Energie- systeme zu überführen. Fazit Der IEA DHC Annex TS5 zeigt eindrucksvoll, dass die Transformation bestehender Wärmenetze keine Vision mehr ist, sondern ein konkret planbarer Prozess. Er verbindet technisches Know-how mit strategischer Planung und internationaler Erfahrung – und liefert damit eine wertvolle Grundlage, um Wärmenetze in Österreich und Europa zukunftssicher und klimaneutral zu gestalten. Übersicht Deliverables TS5 Auswahl Berichte aus dem IEA DHC TS5 •State-of-the-art Country Reports •Technology and Application Factsheets •Case Studies on Transformation of Large DHC Systems to Higher Shares of RES •Case Studies of Decentral Integration of Renewables in District Heating and Cooling Systems Schema der vier Schritte einer Wärmenetztransformation: Vision – Analyse – Bewertung – Umsetzung Quelle: AEE INTEC / IEA DHC Annex TS5 Wie gelingt der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Wärmenetze? Der IEA DHC Annex TS5 zeigt, wie beste- hende Systeme strukturiert transformiert werden können – mit Methoden, Werkzeugen und Praxisbeispielen. Am Beispiel Kapfenberg wird deutlich, wie Forschung, Industrie und Kommunen zusammenarbeiten, um Wärmenetze schrittweise klimaneutral zu gestalten. Ergebnisse aus dem TS5 Gemeinsam bilden diese vier Bereiche ein Werkzeug- set für Stadtwerke, Planer*innen und Entscheidungs- träger*innen, die ihre Wärmenetze klimaneutral gestalten wollen. Der Weg zur Transformation Im Mittelpunkt der Arbeiten stand unter anderem die Frage, wie große, historisch gewachsene Wärme- netze schrittweise transformiert werden können. Aus der Analyse internationaler Praxisbeispiele entstand ein strukturierter Ansatz mit vier zentralen Schritten: 1. Vision und Zieldefinition: Festlegung langfristiger Ziele (z. B. CO 2 -Neutralität bis 2040) und Ableitung messbarer Zwischenziele. 2. Systemanalyse und Szenarienentwicklung: Be- wertung des Status quo, Analyse von Wärmequellen, Netzinfrastruktur und Lastprofilen. 3. Bewertung und Auswahl von Transformationspfa- den: Kombination technischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien. 4. Implementierung und Monitoring: Priorisierung von Maßnahmen, schrittweise Umsetzung und Erfolgskontrolle. Die Erfahrung aus den Fallstudien des Projekts zeigt, dass technische Lösungen nur wirken, wenn sie in eine organisatorisch und politisch abgestimmte Gesamtstrategie eingebettet sind. Transformation gelingt dort am besten, wo Stadtplanung, Energie- versorgung, Industrie und Forschung gemeinsam an einer Roadmap arbeiten – wie das Beispiel Kapfen- berg eindrucksvoll zeigt. • Zukunftsvision als Grundlage • Definition Rahmenbedingungen • Dokumentation und Kommunikation • Iterativer Prozess • Analyse & Bewertung Status Quo • Wärmebedarf und Ausbaupotential • Potentialerfassung Erneuerbare • Analyse & Bewertung von Modernisierungs-, Ausbau- und Dekarbo- nierungsmaßnahmen • Ökonomische Bewertung • Auswahl von Maßnahmen • Erstellung Transformationplan • Finanzierung • Vorbereitung Umsetzungen Zielsetzung Analyse und Bewertung Techno-ökono- mische Bewertung Entwicklung Transformationplan Transformationsplan: Guide Book

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