„nachhaltige technologien 1|2017"

könnte derzeit vor seiner Lösung durch eine geplante, aber zuletzt verzögerte Gesetzesänderung (Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsge- setzes) stehen. Sollte die Gesetzesänderung eintre- ten, ist damit zu rechnen, dass die rechtlichen Hin- dernisse für die Verwirklichung von PV Projekten im urbanen Raum geringer werden. Weiterhin gewisse Schwierigkeiten bereiten werden neben ortsbild- schutzrechtlichen Fragen solche des Bestandrechts (insbesondere Mietrecht, Genossenschaftsrecht). Identifikation quartiersangepasster Energiesystemlösungen Dazu wurde für ein durchschnittliches Gebäude aus jedemQuartier bzw. für das Gesamtquartier der Strom- bedarf (Allgemeinstrom, Haushaltsstrom und ggf. Warmwasserbereitung) und Wärmebedarf (Raumhei- zung und ggf. Warmwasserbereitung) sowie die mit den verfügbaren Dach- und Fassadenflächen erziel- baren Solarerträge (Solarthermie und Photovoltaik) berechnet. Die Simulationsergebnisse zeigten, dass bei einer Vollbelegung der verfügbaren Dachflächen mit PV für eine optimale Ausnutzung des Stromes eine Verteilung unter den Wohnungen in einem Mehrfami- Ein „Baukasten“ zur Ermittlung passender Geschäftsmodelle Da Hausverwaltungen im Zuge qualitativer Interviews mit ExpertInnen als relevante Stakeholder für die Umsetzung von Solarenergieprojekten in Mehrfami- lienhaus erforderlich ist, um den Eigennutzungsanteil von 10 – 15 % auf ca. 70 % (bzw. inkl. intelligenter Lade- regelung für die Warmwasserbereitung auf ca. 90 %) zu steigern. Der damit erzielbare Deckungsgrad am Gesamtenergiebedarf Strom von über 30 % kann mit einer gebäudeübergreifenden Nutzung (Quartier mit Gewerbe) um etwa 5 % bis 10 % gesteigert werden. Für eine optimale Nutzung der thermischen Solarenergie (d. h. auch unter Berücksichtigung wirtschaftlicher As- pekte) ist es wichtig, dass in den Gebäuden geeignete zentrale Heizungs- und/oder Warmwassersysteme installiert sind. Unter dieser Voraussetzung können ca. 30 % des Energiebedarfs für Warmwasser und Heizung abgedeckt werden. Durch die Vollbelegung des Daches mit Solarthermie wird im Sommer ein Energieüberschuss erzeugt, der entweder über ein Mi- kro- oder Nah-/ Fernwärmenetz den Gewerbeflächen im Quartier zur Verfügung gestellt (meist nicht in ausreichender Form vorhanden) oder in ein Fernwär- menetz eingespeist werden kann. Die interessanteste Variante stellt jedoch eine kombinierte Nutzung der verfügbaren Dachflächen für Solarthermie und PV dar. Es zeigte sich, dass mit derartig optimierten Lösungen Wärme- und Stromgestehungskosten unter den übli- chen Strom- und Wärmebezugskosten erzielbar sind. lienhäusern identifiziert wurden, wurde eine explo- rative Fragebogenerhebung unter österreichischen Hausverwaltungen durchgeführt. Neben Fragen zu umgesetzten und intendierten Projekten, Hemmnis- sen und Motiven wurde, basierend auf der Literatur zu Produkt-Service-Systemen (PSS) in der Umfrage Kombinierte Variante: Solarthermie + PV Gestehungskosten (ohne FW-Einspeisung, ohne Batteriespeicher) Optimierungsszenario: Nutzung thermische Solaranlage für Warm- wasserbereitung; restliche verfügbare Fläche für PV mit Nutzung für Allgemeinstrom (Allg.Str.)‚ Allgemeinstrom + Haushaltstrom (HHstr.) und Überschusseinspeisung ins Stromnetz Berechnungsannahmen: Zinssatz 2,5% p.a. real, Zahlungszeitraum 20 a Ql: Gründerzeitblock; Q2: zeilenförmiger Geschoßbau mit angrenzendem Hallenbau; Q3: zeilen- und hofförmiger Geschoßbau 0,140 0,120 0,100 0,080 0,060 0,040 €/kWh Q1_PV Q2_PV Q3_PV Q1_Solarth. Q2_Solarth. Q3_Solarth. PV: Allgemeinstrom Solarth. 20% Förderung PV: Allgemeinstrom Solarth. 35% Förderung PV: AIIg.str.+HHstr. Solarth. 20% Förderung PV: AIIg.str.+HHstr. Solarth. 35% Förderung Gestehungskosten für kombinierte Variante der drei Quartierstypen Quelle: Grazer Energieagentur

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