„nachhaltige technologien 1|2017"

evölkerungswachstum in Städten und Reurbani- sierung machen es notwendig, alle Ressourcenströme – Elektrizität, Wärme, Wasser, Nahrung, Materialien – integriert zu betrachten und in der Stadtentwick- lung zu berücksichtigen. Neue Bewegungen wie der Wandel der Industriegesellschaft zur Wissensge- sellschaft und verstärktes nachhaltiges Denken und Handeln in der Gesellschaft führen zu neuen Ansätzen im Umgang mit urbanen Ressourcen. Diese Ansätze haben zum Ziel, die Stadt vom Ressourcenempfänger, –verwerter und teilweise auch -vernichter zu einem zyklischen System, das Ressourcen lokal produziert, effizient nutzt und auf nachhaltige Weise einen möglichst hohen Grad an lokaler Autarkie erreicht, weiterzuentwickeln. Die Industrie spielt bei diesem Veränderungsprozess aufgrund der Ablöse der Mas- senproduktion durch eine innovationsgetriebene fle- xible Produktion und einem dadurch hohen Potenzial für innovative Lösungen eine entscheidende Rolle. Industrie als urbane Energie- und Ressourcenquelle Die Integration von Industriebetrieben in einer „SmartCity“ stellt eine große Herausforderung dar und erfordert eine ganzheitliche Betrachtung unter Einbeziehung der Möglichkeiten unterschiedlicher Produktionsbetriebe und Produktionsstandorte. Dabei müssen Anforderungen und die Frage der Standort- wahl der Industrie mit jenen des „Wohnraums Stadt“ abgestimmt werden. Wesentlich hierfür ist eine Identifikation von Syner- gien (energetisch und stofflich) zwischen mehreren Industriebetrieben zur möglichst effizienten Nutzung von Ressourcen in der Region und deren technische und wirtschaftliche Bewertung. Weiters muss es eine bestmögliche Einbindung bestehender und neu anzu- siedelnder Industriebetriebe in urbane Versorgungs- netze (Gas, Strom, Wärme, Kälte…) als PROSUMER (Industriebetriebe als Konsumenten und gleichzeitig Produzenten von Energie) sowie eine Identifikation des besten Standortes zur nachhaltigen Erzeugung und Verteilung von Energie und weiterer Ressourcen geben. Durch eine frühzeitige Abstimmung zwischen allen Parteien bereits in der Planungsphase des Aus- baus von Industrie und weiterer urbaner Funktionen ist eine nachhaltige Einbindung von produzierenden Betrieben im Umfeld Arbeit-Wohnen-Freizeit möglich. Industrieproduktion und Ressourcenkreisläufe in Städten Christoph Brunner, Ingo Leusbrock B VW Gläserne Manufaktur, Dresden. Foto: Henn Architekten

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