"nachhaltige technologien" 1|2020

rInnen beurteilt werden, angelehnt an die Funktio- nalitätsstufen der Services aus der VITO-Studie zur Bewertung von Säule 2 bzw. die „klimaaktiv in der Gebäudenutzung“ – Zertifizierung [4] . Zusammenfassende Gewichtung Sind alle drei Säulen bewertet, können sie unterei- nander noch gewichtet werden. Damit für ein Gebäu- de ein SRI-Rating im Energieausweis ausgewiesen werden kann, muss es einen guten energetischen Standard aufweisen. Dies soll sicherstellen, dass sich ein Gebäude mit höheren CO 2 - und PEB-Werten keine „Smart Readiness“ trotz hoher Umweltbelastung zuschreiben kann. Diese Grenzwerte sollten national abgestimmt werden, einige ExpertInnen und die EU sehen diese Begrenzung durch Rahmenwerte, die aus dem Energieausweis kommen würden, aber kritisch. Wie der SRI in den Energieausweis integriert werden könnte, zeigt die Abbildung auf der nächsten Seite – dabei ist natürlich der Stellenwert, dem der SRI beigemessen wird, relevant: Im nationalen Vorschlag soll der SRI einen ähnlichen Stellenwert wie der Primärenergiebedarf haben, noch wichtiger sollten aber Heizwärmebedarf und CO 2 -Emissionen bleiben. Fazit und Ausblick auf den SRI von Gebäuden Hauptergebnis der Studie war eine Entscheidungs- grundlage und Unterstützung für die nationale politische Umsetzung eines SRI sowie eine mögliche Einbindung in den Prozess der Energieausweis- erstellung. Auf dieser Basis arbeiten das Klima- schutzministerium (BMK) und das OIB derzeit an der nationalen Umsetzung. Die erarbeiteten Grundlagen des SRI Austria-Vorschlags zur Berechnungsmethodik sollten ebenso wie der Vorschlag, der inzwischen vom VITO-Konsortium ausgearbeitet wurde, umfas- send getestet, detailliert und für verschiedene reale Gebäude berechnet werden. Mittelfristig wäre die Einarbeitung der Ziele des SRI in die Energieausweisberechnung selbst bzw. das Hinterfragen der derzeitigen Kenndaten des Energieausweises, eine Stärkung dynamischer Ver- fahren, das Einbeziehen von Realdaten zur besseren Einschätzung und eine Validierung der Kennzahlen anzudenken. Auch die Öffnung des Energieausweises in Richtung Quartiere oder Gebäudeclusterebene wäre zu diskutieren, da Energieflexibilitäten in Siedlungen oder Quartieren mit der Einbeziehung von Nachbarge- bäuden noch effizienter genutzt werden können. des Speichervermögens eines Gebäudes könnten in der 1. Säule auch die von der BOKU entwickelte SRI-Berechnungs-Methode [3] oder das im Rahmen von klimaaktiv entwickelte „Speicherkriterium“ als Indikatoren herangezogen werden. Für die Bewertung von intelligenten Ausrüstungs- merkmalen (2. Säule) wird die Methodik des VITO- Konsortiums zur Berechnung des SRI Austria über- nommen. In Österreich relevante Dienstleistungen und Technologien, wie z. B. Bauteilaktivierung oder Ladestationen für Elektromobilität werden für die wesentlichen Energieanwendungen im Gebäude in drei Gewichtungsstufen bewertet. Dienstleistungen und Technologien (Services) mit hoher Lebensdauer, die nicht leicht nachgerüstet, entfernt oder verändert werden können, zum Beispiel thermische Speicher oder Bauteilaktivierung, werden am höchsten bewer- tet. Die Technologien und Dienstleistungen der Säule 2 weisen außerdem Funktionalitätsstufen von 0 bis max. 4 auf, wobei am Beispiel Bauteilaktivierung die Funktionalitätsstufe 0 bedeutet, dass diese Techno- logie keine Smartness (keine Regelbarkeit) aufweist. Funktionalitätsstufe 4 bedeutet im Zusammenhang mit Bauteilaktivierung eine lernende zentrale Re- gelung mit integrierter Einzelraumtemperaturrück- meldung. Die Technologien und Dienstleistungen wurden mit ihren Funktionalitäten in Anlehnung an den VITO-Servicekatalog zusammengefasst 1 . Komfort ist einerseits ein Wirkungsbereich, d. h. Services der jeweiligen Energieanwendungsbereiche (Heizen/Kühlen, Warmwasser, Beleuchtung etc.) aus Säule 2 haben je nach Gebäudetyp und Klima einen hohen oder geringen Einfluss auf den thermischen Komfort. Andererseits können NutzerInnen in entsprechend ausgerüsteten Gebäuden je nach Nut- zung ihres Flexibilitätspotenzials verstärkt volatile erneuerbare Energien einsetzen, bzw. CO 2 -intensiven Netzenergiebezug reduzieren. Durch die Wahl eines sehr breiten Raumtemperatur-Komfortbandes im Winter (19 bis 26°C) kann die Gebäudespeichermasse zum Beispiel deutlich besser zur Lastverschiebung genutzt werden als bei 21 bis 23°C. Die Energie-Flexi- bilität geht gegen Null, wenn die Nutzerin/der Nutzer ein enges Komfortband einstellt bzw. ein breiteres nicht einstellen kann, weil das die Regelung nicht vorsieht. Alternativ zur Flexibilitätspotenzial-Bewertung von Komfortbändern könnte für Gebäude in Planung eine einfache Abschätzung des PPD / PMV 2 nach ISO 7730 gemacht werden, um den Komfort rechnerisch abzuschätzen und gewichtete Grenzen zu ziehen. Für bestehende Gebäude, die seit mindestens einem Jahr in Betrieb sind, könnte der Komfort, das Raumklima, die NutzerInnenfreundlichkeit der verwendeten Ener- gieanwendungen, Datenschutz und -sicherheit über einen standardisierten Fragebogen durch die Nutze- 1 Beispiele auf EU-Ebene finden sich dazu auf https://smartreadinessindicator.eu/1st-technical-study-outcome unter ‚Annex A - Service Catalogue‘ 2 PPD predicted percentage of dissatisfied PMV predicted mean vote

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