„nachhaltige technologien 01 | 2026"

vermeiden [CIRED 2024]. Dieser Effekt wird weiter ver- stärkt, wenn innerhalb der Energiegemeinschaft ein Gemeinschaftsspeicher betrieben wird [CIRED 2025]. Eine dynamische Berücksichtigung von externen Auslastungssignalen ist aktuell meist nicht umzu- setzen, da für Energiegemeinschaften im Normalfall keine Echtzeitinformationen zur Auslastung der Netze verfügbar sind. Dies liegt darin begründet, dass es seitens der Verteilrnetzbetreiber noch kein laufendes Monitoring der Niederspannungsnetze gibt, wie es in höheren Spannungsebenen bereits üb- lich ist. Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Stromsystems wird sich dies aber in den nächsten Jahren ändern. Um mit Energiegemeinschaften eine positive Wirkung aufs Stromnetz zu ermöglichen, braucht es neben der oben dargestellten Definition von „Netzdienlichkeit“ sowohl die Kenntnis über den aktuellen Bedarf an Netzstützung als auch den Nachweis des tatsächlichen Beitrags der Energiege- meinschaften durch ein laufendes Monitoring des Netzes. Damit sollte es Netzbetreibern möglich sein, transparent hinsichtlich ihrer Herausforderungen und damit verbundenen Kosten zu sein. Der Aspekt der Netzfreundlichkeit wird aktuell gemeinsam mit Netzbetreibern im Projekt GridCommunity adressiert, welches Anfang 2026 gestartet wurde. Innovative Lösungen für Echtzeitdatenaustausch fördern lokale Flexibilitätsmärkte Um einen Datenaustausch zwischen Netzbetreibern und Energiegemeinschaften zu ermöglichen, könnte Obwohl Erneuerbare-Energiegemeinschaften per Gesetz auf lokale oder regionale Bereiche geogra- fisch beschränkt sind (siehe Abbildung), bleiben sie dennoch virtuelle Konzepte des Energieteilens. Um reduzierte Netznutzungsentgelte zu rechtfertigen und eine Sozialisierung von Kosten, das heißt eine Umwälzung auf andere Netznutzer*innen, die nicht an Erneuerbare-Energiegemeinschaften beteiligt sind, zu vermeiden, müsste zweifelsfrei festgestellt werden können, ob bzw. in welchem Ausmaß Erneuerbare- Energiegemeinschaften als „netzfreundlich“ einge- stuft werden können. Eine aktuelle Problemstellung in diesem Kontext ist die weiterhin fehlende, rechts- sichere Definition von „Netzdienlichkeit“ und eine entsprechende Verknüpfung mit mathematischen In- dikatoren zur zweifelsfreien Messbarkeit. Forschungs- projekte wie ORANGE [BMK 2024], EGent und GridCom- munity adressieren verschiedenste Aspekte rund um die Auswirkungen von Energiegemeinschaften auf das Stromnetz und zielen darauf ab, eine wissenschaft- liche Basis für die dahingehende Weiterentwicklung von Energiegemeinschaften zu bilden. Nachweis von Netzdienlichkeit Projektergebnisse zeigen, dass Energiegemeinschaf- ten einen positiven Effekt auf die Auslastung der Stromnetze haben können, diese Effekte jedoch stark von der Dynamik abhängen, mit der Teilnehmer*innen Energie handeln und austauschen. Wird explizit Rücksicht auf die Auslastung der Infrastruktur ge- nommen, lassen sich einige Überlastungssituationen Netzebenen und Energiegemeinschaften Quelle: Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften (https://energiegemeinschaften.gv.at/erneuerbare-energie-gemeinschaften-eeg/ )

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