„nachhaltige technologien 01 | 2026"
it der Gesetzwerdung des „Clean Energy for All Europeans Package“ 2019 wurden erstmals EU-weite Richtlinien für Erneuerbare-Energiegemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) festgeschrieben. Diese galt es innerhalb einer sport- lichen Zeitspanne von ein bis zwei Jahren in nationa- les Recht überzuführen. Während diese Frist für die meisten Länder eine unlösbare Aufgabe darstellte, manifestierte Österreich mit dem Inkrafttreten des „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaketes“ Mitte 2021 den Grundstein seiner anhaltenden Vorreiterstellung im Bereich der Energiegemeinschaften (EG). Eine gut durchdachte und viele Freiräume schaffende rechtliche Basis auf nationaler Ebene sowie die Etablierung der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften, deren Mitarbeiter*innen EG-Umsetzer*innen mit Rat und Tat zur Seite stehen, sind wesentliche Zutaten für dieses Erfolgsmodell. Aktive Beteiligung von Endkund*innen an der Energiewende Durch das Konzept der Energiegemeinschaften wurde es für Endkund*innen erstmals möglich, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und gleichzeitig ihre Stromrechnung zu reduzieren. Der wesentlichste wirtschaftliche Hebel einer Energiegemeinschaft liegt in der geeigneten Wahl des Einkaufs- sowie Verkaufspreises von Energie innerhalb der Gemein- schaft. Sodass finanzielle Vorteile für alle Beteiligten gewährleistet werden können, sollte der Kauf von Energie innerhalb der EG günstiger sein als Angebote von Energieversorgungsunternehmen. Gleichzeitig sollte sichergestellt werden, dass Erzeuger*innen Energie innerhalb der EG zu besseren Konditionen verkaufen können, als es durch herkömmliche Ein- speisetarife möglich wäre. Während die Anwendung der skizzierten Bepreisungslogik zu einer soliden wirtschaftlichen Basis für Erneuerbare-Energiege- meinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften führt, kommen Erneuerbare-Energiegemeinschaften in den Genuss von weiteren finanziellen Vorteilen, wie einer deutlichen Reduktion der Netznutzungs- entgelte. Herausforderungen für Verteilnetzbetreiber Während dies die Attraktivität einer EEG-Teilnahme weiter steigert, stellt diese Situation Verteilnetzbe- treiber (VNB) vor immer größere Herausforderungen. M Foto: AdobeStock/Rawpixel.com Bernadette Fina, David Reihs, Helfried Brunner Energiegemeinschaften, ein österreichisches Erfolgsmodell mit Herausforderungen 9 8 ENERGIEGEMEINSCHAFTEN
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