„nachhaltige technologien 2|2017“
Anforderungen in der Fassadensanierung Für Schulgebäude gelten spezifische Anforderungen, welche in den einschlägigen Regelwerken, Normen und in der ÖISS Richtlinie festgelegt sind. Der Fassade kommen dabei wichtige Aufgaben zu, wie sommerli- cher und winterlicher Wärmeschutz, Schallschutz und Belichtung, sowie allgemein der Schutz der Innenräu- me vor negativen Einflüssen durch das Außenklima. Folgende Auswahlkriterien wurden betrachtet und bewertet: In die Fassade integrierte Lüftungsgeräte für eine op- timale Innenraumluftqualität, falls eine Fensterlüftung nicht gewünscht bzw. möglich und der Platzbedarf für ein zentrales Lüftungssystem nicht vorhanden ist. Weitgehend wärmebrückenfreie Detailentwicklung vermeidet Kondensation in den Bauteilen. Effektive, automatisierte Sonnenschutzeinrichtung schützt vor Überwärmung in den Klassenzimmern. Durch Lichtlenkung im Fensterbereich kann die Tageslichtverteilung in den Klassenräumen optimiert werden. Um den Bedarf an künstlicher Beleuchtung zu reduzieren, soll auf die Trennung zwischen Sonnen- und Blendschutz geachtet werden. Wärmeschutzverglasung reduziert Wärmeverluste durch die Fenster. Darüber hinaus kann die Fassade direkt zur Ener- gieerzeugung vor Ort beitragen sowie die ökologi- schen Aspekte einer Sanierung beeinflussen: Mit Hilfe von PV-Modulen und solarthermischen Anlagen in der Fassade kann vor Ort Energie erzeugt werden. Die Fassadenflächen werden dadurch mehrfach genutzt. Die sichtbare Erzeugung von erneuerbarer Energie an einer Schule trägt dazu bei, der Energiefrage in einer Gesellschaft einen wichti- gen Stellenwert zu geben. Einsatz von ökologischen, schadstofffreien Baumate- rialien sowie die Recyclingfähigkeit und Trennbarkeit von Baustoffen sorgen für eine Verbesserung der Lebenszyklusbilanz. Vorfertigung und modulare Bauweise für Fassa- densanierungen tragen durch die Möglichkeit einer sortenreinen Trennung nach der Nutzungszeit ebenfalls zur Ökologie bei. Entwicklung des Sanierungs- und Modernisierungskonzepts Für den betrachteten Schulgebäudetyp wurden drei Fassadenvarianten näher betrachtet und diskutiert. • Variante 1: Wärmedämmverbundsystem (WDVS) in Modulbauweise • Variante 2: konventionelle vorgehängte hinterlüftete Fassade • Variante 3: vorgefertigte modulare hinterlüftete Fassade. Variante 1: Wärmedämmverbundsystem in Modulbauweise (V01) Der Brüstungsbereich wird mit Ziegeln ausgefacht. An der bestehenden Fassade werden Metallschienen aus Aluminium montiert, in die vorgefertigte Fassaden- module mit einem Dämmkern aus expandiertem Poly- styrol (EPS) eingehängt werden. Vorteile im Vergleich zum herkömmlichen WDVS sind die Vorfertigung der Module und die Demontierbarkeit für Reparatur und Recycling. Deckenknoten bei den drei Varianten V01 - V03 Quelle: FH JOANNEUM
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