„nachhaltige technologien 2|2017“
m Rahmen des Projektes „Vorgefertigte Fassadenele- mente mit maximal integrierten HVAC-Komponenten und –systemen zur Bestandssanierung“ wurden neue Lösungsansätze für intelligente Bestandssanierungen entwickelt, wobei es unter anderem um Synergie- effekte für die Modernisierung der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik bei konsequenter Nutzung erneuerbarer Energieträger ging. Erklärtes Ziel dabei war die Erreichung eines hohen Vorfertigungsgrades in Verbindung mit Holz-Vorhangfassaden und damit kurze Sanierungszeiten mit geringen Belastungen der Bewohner, reduzierte Abhängigkeiten von der Witte- rung im Sanierungsprozess sowie eine gesichert hohe Ausführungsqualität. Entsprechende Energieversor- gungskonzepte stellen die auf die Fassade auftreffen- de Solarenergie dem Gebäude effizient zur Verfügung. Entwicklung und Auswahl von Energieversorgungskonzepten Für die Sanierung von großvolumigen Wohnbauten aus den Jahren 1960 – 1980 mit besonders großem Potenzial für die Sanierung mit vorgefertigten Fas- sadenelementen wurden über 20 unterschiedlichste Energieversorgungskonzepte für Raumheizung und Warmwasserbereitung analysiert und vorbewertet. Die vielversprechendsten Konzepte wurden einem ausführlichen Bewertungsprozess mit detaillierter energetischer Simulation und Lebenszykluskostenbe- rechnung unterzogen. Nachfolgend sollen drei Konzep- te kurz vorgestellt werden. Das Konzept „PV + zentrale WP“ sieht die Wärmever- sorgung durch eine zentrale Außenluft-Wärmepumpe mit fassadenintegrierten Versorgungsleitungen und PV-Modulen vor, die einen Pufferspeicher für die Raumheizung belädt und an zwei Zeitfenstern am Tag dezentrale Warmwasserspeicher in den Wohnungen mit Wärme beliefert (siehe Abbildung). Eine Optimierung des PV-Beitrages wird beispielswei- se zu Zeiten ausreichender Einstrahlung durch Auf- heizung des Pufferspeichers und WW-Speichers über die Zapftemperatur hinaus oder durch Einbindung des Haushaltsstrombedarfs zur Erhöhung des Eigenver- brauchsanteils erreicht. Beim Konzept „PV direkt“ wird die Wohnung über Infrarot-Heizflächen elektrisch beheizt: Die Warmwas- serbereitung geschieht in jeder Wohnung über einen Elektroboiler. Vorhandener PV-Ertrag von fassaden- und dachintegrierten Modulen kann direkt genutzt werden und der PV-Beitrag kann durch eine gewisse Überhitzung der WW-Speicher noch erhöht werden. Das Konzept „PV + dezentrale WP“ sieht eine fassaden- integrierte Wärmepumpe pro Wohnung vor, über die der Heizwärmebedarf gedeckt und gleichzeitig jeweils ein Trinkwarmwasserspeicher beheizt wird. Auch die Versorgungsleitungen und PV-Module können in die Fassade integriert werden. I Eingeschoßige Modellfassade für bauphysikalische Eignungsprüfungen Foto: Kulmer Holz-Leimbau GesmbH Fassadengekoppelte Energieversorgungs- konzepte für die Sanierung Wärmeabgabe- flächen Verdampfer Aussenluft- WP WW-Speicher Pufferspeicher PV Schnittstelle fassade Beispielhafte Darstellung des Konzepts „Zentrale Wärmepumpe mit PV“ Dagmar Jähnig, Christian Fink, Thomas Ramschak, Bettina Nocke, David Venus, Karl Höfler
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