„nachhaltige technologien 2|2019“

diese Maßnahme etwa zwei Millionen Tonnen an CO 2 –Emissionen eingespart werden. Auch im Verkehr setzen wir auf den langfristigen Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter. Die E-Mobi- litätsförderung von BMNT, BMVIT und Fahrzeug- importeuren wird fortgeführt. Hinzu kommen die rechtlichen Vorgaben zur CO 2 -Reduktion auf eu- ropäischer Ebene an die Fahrzeugindustrie (PKW, leichte Nutzfahrzeuge und LKW), die unter der ös- terreichischen EU-Ratspräsidentschaft erfolgreich ausverhandelt wurden. Mit der Dekarbonisierung wird trotz aller Effizienz- bemühungen ein zusätzlicher Bedarf an Elektrizi- tät einhergehen – in der Industrie, in der Mobilität und im Gebäudebereich. Die Bundesregierung hat sich trotzdem zum Ziel gesetzt, bis 2030 100 % des inländischen Strombedarfs durch erneuerba- re Energiequellen im Inland abzudecken. An der Umsetzung dieser Herausforderung arbeiten wir mit Hochdruck. Anfang 2020 wird das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) in Kraft treten. Damit wer- den die rechtlichen Weichenstellungen für einen marktkonformen Ausbau von Ökostrom, aber auch für die Einspeisung von Biomethan in die Erdgas- netze sowie für die Schaffung leistungsstarker Energiespeicher, einschließlich einer Wasser- stoffstrategie, vorgenommen. Das EAG stellt somit einen wesentlichen Meilenstein für die Umsetzung der Klima- und Energieziele bis 2030 sowie für die langfristige Dekarbonisierung bis 2050 dar. Es besteht ein großer Bedarf für Forschung und Entwicklung aber auch Qualifikation der vielen Umsetzer für sichere und treibhausgasemissions- arme Energielösungen. Es ist eine große Chance für zukunftsorientierte Unternehmen und Arbeits- plätze in Österreich. Die Umsetzung der Ziele und Projekte auf nationa- ler und internationaler Ebene kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ambitionierter Klimaschutz zur Einhaltung der Zie- le des Übereinkommens von Paris ist ein Gebot der Stunde – in Österreich, in Europa und weltweit. Das verlangt bisweilen schwierige Entscheidungen, es bietet aber auch große Chancen. Nutzen wir diese Chancen gemeinsam. Das Kernergebnis der Konferenz in Katowice ist die Einigung auf einen neuen Transparenzrahmen, unter dem Staaten regelmäßig überprüfen und berichten, wie sich ihre Treibhausgasemissionen entwickeln und wie weit sie in der Umsetzung ihrer nationalen Klimapläne sind. Das stärkt das gegen- seitige Vertrauen und motiviert in der Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz. Die EU hat einen einheitlichen Klimaplan für alle Mitgliedstaaten, also auch für Österreich, vorge- legt: Bis 2030 wollen wir in der EU die Treibhausga- semissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken. Gleichzeitig wissen wir, dass alle aktuellen Klimapläne der Vertrags- parteien zusammengerechnet nicht ausreichen, um das Zwei-Grad-Ziel aus dem Übereinkommen von Paris zu erreichen. Wir alle müssen also mehr tun. Daher wird UNO-Generalsekretär Guterres alle Staats- und Regierungschefs im September dieses Jahres nach New York einladen und Druck machen, dass die Staaten ihre bisherigen Klimapläne nach- bessern. Um die Klimaziele in Österreich zu erreichen, hat sich die Bundesregierung bereits zu ehrgeizigen Zielen bekannt: Eine Reduktion der Treibhaus- gasemissionen um 36 Prozent bis 2030 und eine vollständige Dekarbonisierung unseres Energie- systems bis 2050. Die österreichische Klima- und Energiestrategie #mission2030 definiert acht Auf- gabenfelder und legt 12 Leuchtturmprojekte fest, welche die Zielerreichung sichern sollen – von der E-Mobilitätsoffensive über Erneuerbare Wärme und Wasserstoff bis hin zu Green Finance und Bioökonomie. Wir haben uns für die nächsten Jahre national wichtige Schwerpunkte gesetzt. So wollen wir gemeinsam mit den Bundesländern den Ausstieg aus Ölheizungen einleiten. Die #mission2030 legt fest, dass im Neubau bereits ab 2020 keine Ölheizungen mehr zum Einsatz kommen sollen. Beim Austausch von alten Ölheizungen bietet das BMNT im Rahmen des Sanierungsschecks bereits seit 2018 einen attraktiven „Raus aus Öl“-Bonus an. Ab 2025 soll schrittweise der Bestand an alten Ölheizungen, die seit mehr als 25 Jahren in Betrieb sind, zwingend durch klimafreundliche Alternati- ven ersetzt werden. Bis 2030 können allein durch Dipl.-Ing. Josef Plank ist Generalsekretär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus und zuständig für eine zusammenfassende Behandlung der Agenden des Bundesministeriums, insbesondere strategische Planungs- und Steuerungsaufgaben. LEITARTIKEL 5 4

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