„nachhaltige technologien 02 | 2023"

können über eine digitale Plattform zeit- und ortsun- abhängig hochgeladen und im Anschluss vom Projekt- team der ÖWG gesichtet werden. So bekommen die Bewohner*innen die Möglichkeit, ihr Lebensumfeld aktiv zu beeinflussen. Sie schlüpfen in die Rolle der Ideenbringer*innen, Co-Entwickler*innen, Test- und Feedbackpersonen und das Gebäude wird zum Re- allabor – zum Experimentier- und Möglichkeitsraum. Verkehr und Mobilität Ein weiterer Beteiligungsprozess findet in der Stadt Graz im Bereich „Verkehr und Mobilität“ statt. Mit der Neugestaltung der Zinzendorfgasse in eine Begegnungszone bekennt sich die Stadt zur sanften Mobilität, fördert nachhaltige und grüne Mobilitäts- formen und schafft attraktive Aufenthaltsflächen für die Menschen in der Umgebung. Von Juni 2022 bis Dezember 2022 wurde für die Umgestaltung der Zinzendorfgasse eine große Be- teiligungskampagne von der Stadt Graz organisiert. Man hat Akteur*innen, welche in der Zinzendorf- gasse arbeiten, leben und studieren gut ins Boot geholt und versucht, für alle Zielgruppen Lösungen zu finden. Auch hier galt: Können alle Akteur*innen von Anfang an eine Strategie der Stadt mitverfolgen und werden sie eingebunden, steigt die Akzeptanz gegenüber der Veränderungen und die Menschen sind eher bereit, einen Teil zur Lösung beizutragen. Fazit Die Energiewende wird nur im Einklang mit den verschiedenen Akteur*innen, die Städte planen, gestalten und beleben, erreicht werden können. Der direkte Einbezug der Menschen in den Entwicklungs- und Planungsprozess nachhaltigerer Städte, Wohn- und Aufenthaltsräume ist wichtig, um den Sprung zu einer klimaschonenden Umgebung zu schaffen und langfristige Veränderungen hervorzurufen und zu leben. Die Vorteile: • Lokales Wissen und Vor-Ort-Erfahrungen der Be- wohner*innen fließen in die Sanierungskonzepte ein • Stärkung der Identifikation mit dem Sanie- rungsvorhaben und Verständnis für Umbauten bei Bewohner*innen • Kosten- und Zeitersparnis durch die Vermeidung möglicher Konflikte • Positives Image des Unternehmens am Wohnungs- markt • Stärkung der Hausgemeinschaft und Verbesserung der Dialogkultur zwischen Nachbar*innen und Hausverwaltung Beim Projekt Reallabor werden an einem Standort in der Billrothgasse die Bewohner*innen mittels Fragebögen befragt, persönliche Gespräche geführt und punktuell Infoabende abgehalten. Im Zuge der Sanierungen sollen für die Bewohner*innen An- sprechpersonen zur Verfügung stehen, um Fragen, Anliegen und Bedarfe schnell klären oder erkennen zu können. Eine weitere Einbindung und Möglichkeit zur Mitge- staltung bietet die Teilnahme an einem Ideenwett- bewerb. Bei diesem werden alle Bewohner*innen der ÖWG Wohnungen in Österreich eingeladen, durch ihre Ideen attraktive Grün- und Freiflächen und Gemeinschaftsflächen mitzugestalten. Die Ideen Mag. a Barbara Hammerl , CSE ist Geschäftsführerin von StadtLABOR - Innovation für urbane Lebensqualität GmbH und LandLABOR – LL Projektentwicklungs GmbH und in den Bereichen Innovations- und Transformationsprozesse im urbanen Kontext, sowie Partizipation, Mediation, Stakeholdereinbindung und Beteiligungsdesigns tätig. Barbara.hammerl@stadtlaborgraz.at Isabella Weichselbraun, BA ist Projektmanagerin in der StadtLABOR – Innovation für urbane Lebensqualität GmbH und ist in den Bereichen Beteiligung, Stakeholdereinbindung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung tätig. isabella.weichselbraun@stadtlaborgraz.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projekte von StadtLABOR Graz Österreichisches Ökologie Institut für angewandte Umweltforschung (2004): Leitfaden Erfolgreich sanieren mit Bewohner*inneneinbindung Digitale Ideenplattform: Ideenwettbewerb zum Projekt Real- labor Gebäude auf Stadt.Land.Ideen. Quelle: StadtLABOR GmbH

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