„nachhaltige technologien 02 | 2026"

Klimabilanzierung von Bioenergie Bioenergie aus Hackschnitzeln spielt in Österreich eine wichtige Rolle bei der Defossilierung des Wärmesektors. Der Begriff CO 2 -neutral beschreibt jedoch nur die ausgeglichene Bilanz zwischen CO 2 - Aufnahme beim Holzwachstum und Freisetzung bei der Verbrennung. Für eine vollständige Klimabilanz müssen auch Emissionen aus Forstwirtschaft, Trans- port, Hackgutaufbereitung sowie in einem Heizwerk sehr geringe Methan- und Lachgasemissionen berücksichtigt werden. Daher ist Bioenergie über den gesamten Lebenszyklus nicht vollständig klimaneut- ral. Die Treibhausgasemissionen liegen bei etwa 15 g CO 2 -Äquivalent pro Kilowattstunde Wärme und damit deutlich unter den rund 270 g eines Gaskessels. m Rahmen des Projekts „BM Retrofit“ wurde ein ganzheitlicher methodischer Ansatz zur Moderni- sierung biomassebasierter Wärmenetze entwickelt. Dieser kombiniert technische, organisatorische und systemische Maßnahmen. Die daraus resultierenden Konzepte wurden in den drei Wärmenetzen Wald im Pinzgau, Saalfelden und Kreuzstetten demonstriert. Basierend auf dem installierten Datenmonitoring wurden die technischen, wirtschaftlichen und ökolo- gischen Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen systematisch analysiert. Dazu wurden Lebenszyklus- und Wertschöpfungskettenanalysen durchgeführt, um die Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen, Primärenergieverbrauch und Wertschöpfung zu bewerten. I Ganzheitliche Systembewertung von Modernisierungsmaßnahmen in biomassebasierten Wärmenetzen Martin Beermann, Michael Kernitzkyi, Joachim Kelz, Stefan Retschitzegger Heizwerk Wald im Pinzgau mit neuem Wärmespeicher Foto: Klimafonds / Krobath 27 26 STÄDTE UND NETZE

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