„nachhaltige technologien 3|2016"
25 24 INDUSTRIELLE PROZESSE UND ENERGIESYSTEME einem neuen Shape-Layer eingezeichnet, wodurch die exakte Grundfläche automatisch extrahiert werden konnte. Die Abbildung zeigt die Identifizierung einer Tunnelportal-Einhausung als potenzielle PV-Fläche (orange Fläche). Die Abbildung unten zeigt auf einen Blick das Ergeb- nis der Analyse aller 37 identifizierten Standorte. Die Größe der Kreise ist proportional zur installierbaren PV-Leistung. Es wurde festgelegt, dass 100 % des produzierten PV-Stroms intern verwendet werden sollen um den positiven Effekt der Eigenverbrauch- Verwendung voll auszuschöpfen. Dabei wurde die PV-Anlage auf die Grundlast des Tunnels ausgelegt, obwohl tagsüber Lastspitzen anfallen. Weiters wur- den zukünftige Energieeffizienzmaßnahmen wie der Einsatz von LED-Beleuchtung ebenfalls berücksichtigt. Dadurch sinkt die Auslegungsgröße der PV-Anlagen erneut deutlich. von ASFINAG-Tunneln untersucht und die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Erschließung dieser Potenziale durch die Errichtung von Kleinwas- serkraftwerken analysiert. Bei den identifizierten Standorten wurden in der vorliegenden Machbar- keitsstudie auf der Grundlage von Investitionskos- tenschätzungen und Jahresarbeitsschätzungen mit einer Amortisationsrechnung die Wirtschaftlichkeit der Erschließung ermittelt. Insgesamt wurden 11 Standorte besichtigt. Die Stand- orte Klaus, Falkenstein, Lainberg, Bosruck, Tauerntun- nel, Karawankentunnel, Semmeringtunnel und Flirsch wurden als machbar eingestuft. Am Beispiel Flirsch wurde von REENAG eine detaillierte Gegenüberstel- lung von Finanzierungsmethoden durchgeführt und vor allem eine interne Projektabwicklung einem Out- sourcing gegenübergestellt. Photovoltaik Auch für die Einsetzbarkeit von Photovoltaik wurde eine Vorauswahl von möglichen Standorten getrof- fen. Mit Hilfe des Geoinformations-Tools QGIS und entsprechender GIS-Daten der ASFINAG wurden in einem ersten Schritt sämtliche Tunnel-Standorte voruntersucht. Ausscheidungskriterien waren starke Verschattung und ein Mangel an verfügbaren Flächen. Für insgesamt 37 Standorte wurde eine Photovoltaik- Simulation durchgeführt und verfügbare Flächen in Analyse der 37 detail-simulierten potenziellen PV-Standorte. Der spezifische Stromertrag von gut geeigneten Anlagen liegt zwischen 1000 und 1200 kWh/kW p .Jahr, die Anlagengröße wird durch Kreise dargestellt, wobei die Größe der Kreise proportional zur installierbaren PV-Leistung ist. Mit der gewählten Leistung ergibt sich eine solare Deckung von 5,1 – 7,0% (Anteil PV-Strom zu Gesamtstrombedarf ). Ehrentaler und Katschberg sind als Standorte für PV- Anlagen besonders geeignet, für die Standorte Bosruck und Pfänder sollte vor einer Umsetzung noch zusätzliche Fläche identifiziert werden und am Standort Plabutsch wurde bereits eine PV-Anlage (55 kW p ) installiert. Verhältnis Flächenbedarf (bei ~6% solare Deckung) zu Flächenverfügbarkeit guter Ertrag schlechter Ertrag Spezifischer Stromertrag am Standort [kWh/kW p .Jahr] 1.300 1.200 1.100 1.000 900 800 Spezifischer Ertrag, Anlagengröße und Flächenverfügbarkeit von potenziellen PV-Standorten 0,50 1,00 1,50 2,00 2,50 3,00 Referenz: 100 kWpeak genug Fläche vorhanden zu wenig Fläche vorhanden Ehrentaler Katschberg Bosruck Plabutsch Pfänder Ausschnitt aus QGIS (www.qgis.org) mit ASFINAG-Grundflächen (halb-transparente, türkise Fläche), Tunnel-Röhren (dünne, rote Linien) und potenzieller PV-Fläche (orange Fläche)
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