„nachhaltige technologien 03 | 2020"
Streit Jan 19 Schindl Jan 18 Edl Feb 19 Fasching Jul 18 Höfferer Jun 18 Salchinger Sep 18 Gamauf Jun 18 Lindenberger Mar 17 Burtscher Okt 16 Maier Dez 16 Wieder Jan 17 Rattenberger J. Sep 18 Zeiner Jan 18 Wurzer/Rapolter Jan 18 Förster Jan 18 Bader Mar 17 Schachinger Mar 17 Westreicher Nov 16 Zellhofer Jan 17 0 2.500 5.000 7.500 10.000 12.500 15.000 17.500 20.000 22.500 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Beginn des Monitorings Solarer Deckungsgrad [%] Verbrauch [kWh] wurden in rund 60 Prozent der Fälle überschritten, wobei ein Zusammenhang zwischen Verbrauch und spezifischem Solarertrag deutlich feststellbar war. Im Mittel wurden spezifische Solarerträge von 312 kWh/m²a, bezogen auf die Aperturfläche, erreicht. Speichertechnologien Für die Erreichung hoher solarer Deckungsgrade ha- ben sich auf dem Markt zwei Speichertechnologien etabliert: klassische Wasser-Pufferspeicher und thermische Bauteilaktivierung. Die eingereichten Solarhauskonzepte nutzen entweder eine dieser Speichertechnologien bzw. kombinieren beide Tech- nologien. Auf Basis eines Vergleichs von Kubikmeter Beton zu Kubikmeter Wasser erfolgte eine Katego- risierung in „primär Bauteilaktivierung“ und „primär Pufferspeicher“. 36 der 108 eingereichten Projekte (33 Prozent) nutzen thermische Bauteilaktivierung als zentrale Speichertechnologie. Zentrale Erkenntnisse Durch Bauteilaktivierung als primärem Wärme- speicher- und Wärmeabgabesystem können die benötigten Wasserspeicher vergleichsweise klein dimensioniert werden. In 22 von 108 Gebäuden wurden Wasserspeicher bis maximal 1450 Liter geplant. Aufgrund der multifunktionalen Nutzung des Bauteils können damit Pufferspeichervolumina und verlustbehaftete Oberflächen reduziert werden. Gleichzeitig können verbaute Fläche minimiert und Kostenreduktionspotenziale erschlossen werden. Eines der betrachteten Solarhäuser mit einem spezifischen Heizwärmebedarf von 34 kWh/m²a und einer Energiebezugsfläche von 143 m² konnte mit konsequenter Bauteilaktivierung, einem 950 Liter- Pufferspeicher und 17 m²Brutto-Kollektorfläche eine Bei den gemessenen Wärmeverbräuchen für Raum- wärme und Warmwasserbereitung wurden deutliche Unterschiede im Vergleich zu den prognostizierten Werten festgestellt. Bei rund der Hälfte der Projekte traten Mehrverbräuche über 20 Prozent, bei drei Pro- jekten über 50 Prozent auf. Klimabereinigt ergaben sich bei 16 der 19 Gebäude mit abgeschlossenem Monitoring Heizwärme-Mehrverbräuche zwischen 20 Prozent und 150 Prozent. Eine genauere Betrach- tung konnte die Unterschiede hauptsächlich auf einen Mehrverbrauch beim Heizwärmebedarf zu- rückführen. Die Gründe reichen von nicht vollständig fertiggestellten Gebäuden (z. B. nicht fertiggestellte Fassade) über Nutzungsänderungen (z. B. Einlieger- wohnung statt Garage) und der von NutzerInnen gewünschten höheren Raumtemperaturen bis hin zu im Gebäude bzw. in Bauteilen verbliebenen Feuchtig- keit aus der Bauphase. Aus diesen Gründen ist ein un- mittelbarer Vergleich zwischen Planung und Messung nicht möglich. In allen Fällen konnten innerhalb der Heizperiode Raumtemperaturen in den Wohnräumen über 21 °C erreicht werden. Der Median der Raumtem- peraturen in der Heizperiode lag bei rund 23 °C. Hinsichtlich solarem Deckungsgrad konnten acht Projekte 70 Prozent solaren Deckungsgrad erreichen bzw. überschreiten. Bei vier Solarhäusern lag der gemessene solare Deckungsgrad zwischen 60 und 70 Prozent und sieben Solarhäuser wiesen solare Deckungsgrade unter 60 Prozent auf. Der tatsächliche Wärmeverbrauch stellt dabei eine grundlegende Ein- flussgröße in Bezug auf den solaren Deckungsgrad dar. Teilweise lag eine für die Erreichung hoher so- larer Deckungsgrade ungünstige Regelungsstrategie vor. So wurde beispielsweise bei einzelnen Gebäuden mit thermischer Bauteilaktivierung ein zu schmales Temperaturband gewählt, wodurch der geplante Speichereffekt nicht erreicht werden konnte. Die Pro- gnose-Erwartungen für den spezifischen Solarertrag Vergleich der gemessenen solaren Deckungsgrade (rote Balken) bzw. der Wärmeverbräuche (blaue Balken) mit den jeweiligen Prognosewerten (schwarze Striche) für die 19 Projekte mit abgeschlossener einjähriger Monitoringphase Vergleich von Simulations- und Messergebnissen
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