„nachhaltige technologien 03 | 2025"
Installationskosten in die Höhe: die Engpässe bei den Fachkräften während der Corona-Pandemie und die umfangreiche Messtechnik. So kommt unterm Strich eine Brutto-Investition von rund 782.000 Euro zusammen. Der größte Posten dabei ist die hydrauli- sche Installation mit fast 289.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Betrieb und Ener- giebezug. Der eingekaufte Strom kostet 34,4 Ct/kWh und schlägt mit knapp 17.000 Euro jährlich zu Buche. Für die immerhin gut 6.800 kWh eingespeisten So- larstrom gibt es bei einer Einspeisevergütung von 4,5 Ct/kW lediglich 307 Euro jährlich. Sie fällt in der Gesamtbetrachtung also kaum ins Gewicht. Unter den Punkt „Betriebskosten“ fallen verschiedene Dienstleistungen: Wartung, Betriebsmanagement, Notdienstbereitschaft sowie die Heizkostenabrech- nung. In Summe machen diese gut 7.700 Euro aus. Für den Vergleich mit dem Referenzsystem holte das Projektteam Angebote von Herstellern für ähnliche Produkte ein und schätzte die Installationskosten. Die Investition liegt nach dieser Schätzung bei gut 78.000 Euro. Die Kosten für Betrieb und Wartung liegen mit knapp 36.000 Euro bei dem alten System deutlich höher. Der größte Posten dabei ist allerdings der Zeitaufwand für den Betrieb der Einzelöfen in den Wohnungen. Für jeweils 40 Minuten Einheizen und Säubern an 200 Tagen und in acht Wohnungen setzte das Projektteam einen fiktiven Stundensatz von 30 Euro an. In der Praxis ist dieses Thema allerdings vor allem eine Komfortfrage – ohne die Einzelöfen spart man sich viel Aufwand und reduziert Staub und Geruchsemissionen. Die Energiekosten lagen beim Referenzsystem bei 28.819 Euro, wobei auch hier Strom den größten Posten ausmachte. Er wurde für elektrische Heizkörper und die Warmwasserberei- tung genutzt. Vergleicht man die Systeme über einen Lebenszyklus von 20 Jahren, dauerte es etwa 13 Jahre, bis sich das HAPPENING-System gegenüber dem Referenzsystem amortisiert hat. Übertragbarkeit Ziel des Forschungsprojektes war es, eine Lösung zu finden, die sich auch auf andere Häuser übertragen lässt. Dabei stehen zunächst die rund 800 Wohnein- heiten der GWS im Fokus, die sich in ähnlichen Sied- lungen befinden wie die Gebäude im Projekt. Einige davon benötigen Vorlauftemperaturen bis 70 °C, doch auch das ist mit dem Happening-Konzept möglich. Allerdings sind dafür noch einige Vereinfachungen am System nötig, denn selbst ohne die aufwändige Mess- technik ist die Investition für das HAPPENING-System bisher deutlich höher als für andere Heizsysteme. Auch im Betrieb sind noch Verbesserungen nötig, aber auch zu erwarten. Ein reibungsloser Betrieb würde die Effizienz verbessern und damit die Energiekosten senken. Das HAPPENING-System ist daher grund- sätzlich ein Konzept, das für den Einsatz in älteren Mehrparteienhäusern geeignet ist, wegen des frühen Stadiums aber noch Optimierungsbedarf hat. Dipl.-Ing Franz Hengel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Gebäude“ bei AEE INTEC. f.hengel@aee.at Jakob Hütter, BSc. studierte an der TU Graz Environmental System Sciences / Climate Change and Environmental Technologies und erstellte seine Masterarbeit bei AEE INTEC. j.huetter@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projektlink Dieses Projekt erhielt Förderungen des Forschungsprogrammes Horizon 2020 der Europäischen Union unter der Fördernummer No 957007. Betriebsjahre Kosten [€] 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 1 750 000 1 500 000 1 250 000 1 000 000 750 000 500 000 250 000 0 Referenzsystem HAPPENING Beim HAPPENING-System liegen die Investitionskosten deutlich über dem Referenzsystem. Nach etwa 13 Jahren haben sich diese amortisiert Grafik: AEE INTEC 25 24 TECHNOLOGIEENTWICKLUNG
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