„nachhaltige technologien 03 | 2025"
Kosten durch die Standardisierung und Automatisie- rung deutlich besser kalkulierbar. Die Studie zeigt jedoch auch klar: Die serielle Sa- nierung in Österreich steckt noch in einer frühen Entwicklungsphase – und ihr Potenzial kann nur ausgeschöpft werden, wenn neben technischen Inno- vationen auch die strukturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. Um bestehende Markthürden – etwa in der Vergabe- praxis, bei Finanzierungsmodellen oder rechtlichen Vorgaben – zu überwinden, wurden praxisnahe Hand- lungsempfehlungen formuliert. Ziel ist es, zentrale Hemmnisse zu beseitigen und die Skalierbarkeit seri- eller Lösungen im großvolumigen Gebäudebestand zu ermöglichen. Einheitliche Grundlagen und klare Rahmenbedingungen Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der Bedarf an klaren Definitionen und Standards. Die serielle Sanierung zielt auf großvolumige Gebäude (Mehrfa- erielle Sanierung bietet Österreich die Chance, den Gebäudebestand zügig, effizient und sozial ver- träglich klimaneutral zu transformieren. Die Ergebnisse der Studie „MasSan – Serielle Sanie- rungskonzepte & -modelle in Österreich“ zeigen klar: Rund 500.000 Wohneinheiten im mehrgeschossigen Wohnbau bieten enormes Potenzial, um mit vor- gefertigten Bauteilen schnell und kosteneffizient saniert zu werden. Im Gegensatz zur konventionellen Sanierung mit vielen manuellen Einzelmaßnahmen vor Ort basiert die serielle Sanierung auf einem digital geplanten, industriellen Prozess. Dank durchgängiger digitaler Planung – von der 3D-Bestandsaufnahme bis zur Vorfertigung ganzer Fassaden- und Dachelemente mit Fenstern, Dämmung und Haustechnik – können Gebäudehüllen präzise, schnell und nahezu stö- rungsfrei erneuert werden. Die Baumaßnahmen vor Ort beschränken sich auf wenige Wochen, wodurch Betriebsunterbrechungen und Belastungen für Nutzer*innen und Bewohner*innen auf ein Minimum reduziert werden. Gleichzeitig werden Qualität und S Serielle Sanierung der Landesberufsschule in Knittelfeld Foto: AEE INTEC/Ninaus Abbildung 1: Phasen der Marktentwicklung „SERIELLE SANIERUNG“ Österreich hat Piloten - der nächste Schritt sind Kleinserien Startphase • „treibende Kraft finden" • Finanzierung • Erste Netzwerke bilden Akquise • Frontrunner finden • Immobilien-Eigentümer überzeugen Piloten • Begleitung & Auswertung der Projekte • Wissenstransfer Kleinserien • Produktionskapazitäten finden & nutzen Breitenmarkt • Industrielle Baukasten-Systeme • Marktvertrauen • Breiter Produktions- aufbau Serielle Sanierung: Ein Schlüssel für klimafitte Gebäude in Österreich Ulla Unzeitig, Cornelia Ninaus
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