nachhaltige technologien_04_17_web
Gebiete vornehmen, da Fachwissen nicht vollständig durch die Technologie ersetzt werden soll bzw. kann. Hinsichtlich der Datenaufnahme gibt es einige Einschränkungen, die unbedingt beachtet werden müssen: Dazu zählen die Außentemperatur, der Wind und der Bewölkungsgrad. Durch geschickte Wahl des Zeitpunktes der Befliegung stellt das zwar kein großes Problem dar, ein besser steuerbares Fluggerät (z. B. Helikopter) statt des verwendeten Heißluftballons würde aber zumindest die Anforderungen an den Wind deutlich verringern (wenn auch zu höheren Kosten). Der abgeleitete 3D-Thermalkataster zeigt immer nur eine Momentaufnahme. Für klarere Aussagen sowie um temporäre Effekte zu eliminieren, sind mehrere Befliegungen bzw. Befahrungen notwendig. 3D Modellierung eines Einzelgebäudes, inkl. Thermal-Textur Quelle. Siemens Österreich AG Die Verwendung der Drohne für die Detailanalyse von Hotspots hat sich durchaus bewährt. Hier sind aber immer auch die rechtlichen Rahmenbedingungen zu betrachten. Im Projekt HOTSPOTS gab es zum Beispiel ein Limit von 5 kg für die Payload der Drohne, was eine gewisse Einschränkung bei der Auswahl der Sensorik speziell für die Luftgütemessung darstellte. Positiv wurde das Zusammenspiel der Simulations- ergebnisse und der Fachleute beurteilt. Erkenntnisse der Fachleute fließen wieder in das Simulationstool ein, es entsteht eine Feedbackschleife. Eine vollau- tomatische Ableitung von Sanierungsmaßnahmen ohne Einsatz von Fach- und Hintergrundwissen ist nicht das Ziel, es handelt sich um eine unterstützende Technologie. Thermalkataster und Schwachstellenanalyse Die Datengrundlage des Projektes bildet ein sog. 3D-Thermalkataster, welcher aus Luftbildaufnahmen generiert wird. Aufgabe ist hierbei die flächende- ckende Erfassung von Thermaldaten im Stadtgebiet. Die Einzelbilddaten werden zu einer holistischen stadtweiten Datenbasis verknüpft und in die dritte Dimension gehoben, indem 3D Gebäudemodelle aus den Bilddaten abgeleitet werden. Im 3D-Thermalkataster werden "Critical Spots" identi- fiziert. Als Critical Spots werden Infrastrukturzellen auf Distriktebene bezeichnet, die ein besonders großes Potenzial zur Optimierung aufweisen. Diese Bereiche werden in weiterer Folge im Detail analysiert. Eine Detailanalyse dient der selektiven Verbreite- rung der Datenbasis innerhalb einer ausgewählten Infrastrukturzelle. Sie umfasst eine mobile Daten- aufnahme mit einem UAV (unmanned aerial vehicle), insbesondere zur detaillierteren thermischen Analyse und zur Generierung von 3D Gebäudemodellen, aus welchen für Optimierungsmaßnahmen relevante geometrische Parameter abgeleitet werden können. Als weiterer Forschungsaspekt wurde die punktuelle Erfassung und Verdichtung der Daten im Sinne eines dreidimensionalen Luftgasschichtenmodells unter- sucht, das Aufschluss über die Luftgüte der Stadt liefern soll. Basierend auf diesen Daten wurde dann eine gezielte Schwachstellenanalyse der eingeschlossenen Infra- strukturelemente durchgeführt. Abschließend erfolgte die Erstellung eines Effektivmaßnahmenkataloges, inklusive Einflussfaktoren für die definierten Critical Spots in der Stadt. Zusätzlich wurde ein Decision Support Instrument für die interaktive Auswahl, die Verortung von Energieeffizienzmaßnahmen und die Simulation der sich ergebenden Effekte zur Berech- nung von optimalen Maßnahmenkombinationen für Teilräume eingesetzt. Erfolgreiche Validierung der Ergebnisse und Verbesserungsmöglichkeiten Die entwickelte Verfahrenskette wurde an realen Gege- benheiten getestet und die Ergebnisse erfolgreich va- lidiert. Sanierungsbedürftige Gebiete („Critical Spots“) konnten identifiziert und sinnvolle Sanierungsmaß- nahmen abgeleitet werden. Durch die Untersuchungen konnten einige Erkenntnisse gewonnen werden, die in Verbesserungsmaßnahmen einfließen werden. So kann die Technologie Hinweise auf Critical Spots lie- fern, was auch verifiziert wurde. Trotzdem ist es wich- tig, dass Fachleute eine Begehung der identifizierten
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