„nachhaltige technologien 04 | 2025"

• Kreuzstetten: Gezielte Netz-Verdichtung auf Basis von Netzsimulationen, Modernisierung und Ver- besserung der Kesselsteuerung und Optimierung des Pufferspeichermanagements zur Reduzierung unnötiger Lastschwankungen. Reduktion der Rücklauftemperaturen durch sekundärseitige Maßnahmen, Implementierung eines neuen Be- triebs- und Geschäftsmodells zur wirtschaftlichen Optimierung Ganzheitliche Betrachtung und begleitende Prozesse Basierend auf einem detaillierten Datenmonitoring wurden technische, ökonomische und ökologische Vorteile und Auswirkungen der Umsetzungen ana- lysiert. • Wald im Pinzgau: Durch die Integration von Wärmepumpe und Pufferspeicher kann der Bio- massekessel im Sommer für Revisionsarbeiten abgestellt werden. Dadurch werden jährlich bis zu 10 000 Liter Öl und 1 000 Schüttraummeter Biomasse eingespart. • Saalfelden: Die kumulierten Maßnahmen führen zu einer jährlichen Einsparung von rund 1 000 MWh Gas, wobei rund 4 000 MWh Mehrertrag aus dem Biomasse-Kesselsystem inklusive Wärmepumpen- integration erwirtschaftet werden. Dies ermöglich- te den Anschluss von 15 neuen Wärmekunden ohne weiteren Ausbau der Erzeugerkapazitäten. • Kreuzstetten: Senkung der Rücklauftemperatur um bis zu 20 °C durch sekundärseitige Optimie- rungsmaßnahmen, wodurch die Wärmeverluste im Netz um rund 15 Prozent verringert wurden. Optimierung des Pufferspeicherbetriebes und der Kesselsteuerung reduzierte die Anzahl der Kessel- starts über 60 Prozent. Dies steigerte die Effizienz des Gesamtsystem und erhöht die Lebensdauer der Kessel. Forschungsansatz und Innovationsmethodik In BM Retrofit wurde ein ganzheitlicher methodi- scher Ansatz entwickelt, welcher auf technischen, organisatorischen und systemischen Maßnahmen basiert. Diese intelligente Kombination ermöglichte es, bestehende Wärmenetze an zukünftige Anfor- derungen anzupassen und weiterzuentwickeln. Die daraus resultierenden Konzepte wurden in drei Demonstratoren (Wald im Pinzgau, Saalfelden und Kreuzstetten) und spezifischen Anwendungsfällen (z. B. Integration von Absorptionswärmepumpe, thermohydraulische Simulationswerkzeuge, voraus- schauende Regelungskonzepte, etc.) demonstriert. Dabei wurde der Gesamtprozess ausgehend von den jeweiligen Herausforderungen über Konzeptentwick- lung, Detailplanung und Umsetzung bis zu Datenmo- nitoring und Optimierung begleitet. Kernelemente der Demonstratoren Die in den holistischen Konzepten enthaltenen tech- nischen Komponenten und innovativen Elemente 1 wurden für eine effiziente Systemintegration weiter- entwickelt und im realen Umfeld der Demonstratoren erprobt, validiert und optimiert und dienen als pro- totypische Modellösungen zur breiten Multiplikation. • Wald im Pinzgau: Nutzung von Niedertemperatur- Abwärme aus einem nahegelegenen Wasserkraft- werk (Kältekreislauf) mittels 250 kW-Wärmepum- pe, Power-to-Heat-Anlage zur Sicherstellung der Betriebsredundanz, 30 000-Liter-Wärmespeicher zur Erhöhung der Flexibilität und zur Abdeckung von Lastschwankungen • Saalfelden: Modernisierung der Biomassekessel- anlage, Integration eines kaskadierenden Wär- mepumpenkonzepts (3x250 kW) in die Rauchgas- kondensation zur Effizienzsteigerung, innovative Regelungsstrategie mittels CO-Lambdasonden zur Optimierung des Biomassekesselbetriebs, Erneue- rung Rauchgasreinigung (E-Filter), Pufferspeicher mit einem Volumen von 150 000 Litern, neue Vor- laufleitung zur Erhöhung der Transportkapazität BM Retrofit- Forschungsmethodik Quelle: Green Energy Lab 1 z. B. Speichereinbindung und -management, Einbau von effizienzsteigernden Maßnahmen wie Rauchgaskondensationsanlagen, (Absorptions-) Wärmepumpensysteme, etc.

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