„nachhaltige technologien 04 | 2025"
Weiters wurden Lebenszyklusanalysen und Wert- schöpfungskettenbetrachtungen durchgeführt, um die Wirkungen der gesetzten Maßnahmen auf Treib- hausgasemissionen und Primärenergieverbrauch sowie heimische Wertschöpfung zu untersuchen. Skalierungsszenarien zur Generierung und Bewertung des Marktpotenzials und zur Nutzenanalyse (Impacts) für das Energiesystem runden die Bewertung ab. All diese Schritte führten zu vielfältigen Lerneffekten für die Weiterentwicklung und die Übertragung auf den Sektor der netzgebundenen Wärmeversorgung. Die Identifikation und nachfolgende Einbindung und Einbeziehung von relevanten Akteuren und Interes- sengruppen waren ein weiteres zentrales Erfolgsele- ment in der Projektumsetzung. Die aktive Beteiligung umfasste Workshops, Informationsbroschüren und die Durchführung von Veranstaltungen wie z. B. Tag der offenen Türe, um der Bevölkerung, Entschei- dungsträgern und Fachkräften die Innovationen rund um die Demonstrator-Standorte vorzustellen. Dies erleichterte den Dialog zwischen Betreiber*innen und Kund*innen, verbesserte die Transparenz und förderte das öffentliche Vertrauen. Diese Bemühun- gen haben sich als entscheidend für die Akzeptanz erwiesen und lieferten wertvolles Feedback. „Für die Salzburg AG sind die Flexibilisierung und Effizienzsteigerung unserer Nah- und Fernwärmeanlagen ein zentrales Anliegen. Die entwickelten Modernisierungskonzepte und untersuchten Fragestellungen in BM Retrofit, gekoppelt mit den Demonstrationen in Saalfelden und Wald im Pinzgau sind ein Schlüsselfaktor zur Erreichung dieses Ziels. Die Ergebnisse und das gewonnene Know-how ermöglichen es uns, die Erkenntnisse auf weitere Wärmenetze der Salzburg AG zu übertragen und so eine sichere, nachhaltige und kosteneffiziente Wärmeversorgung für unsere Kunden zu gewährleisten.“ Siegfried Müllegger, Leiter der Business Units „Energy Technologies“ und „Energy Portfolio Management“, Salzburg AG Foto: Salzburg AG Dipl.-Ing. (FH) Joachim Kelz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. j.kelz@aee.at Dr. Stefan Retschitzegger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. s.retschitzegger@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Projektwebsite AEE INTEC Projektwebsite Green Energy Lab Artikel Salzburg .ORF.at Artikel Salzburg AG Zusammenfassung und Ausblick BM Retrofit hat gezeigt, dass großtechnische Umset- zungen in kurzer Zeit möglich sind. Eine integrierte Betrachtungsweise auf Systemebene ist genauso notwendig wie die Nutzung neuer Methoden und steht immer im Gesamtkontext einer langfristigen Entwicklungsstrategie. Der Forschungsansatz ermöglichte die Implemen- tierung eines intelligenten Energiesystems, um die Gesamteffizienz und Flexibilität bei reduzierten Emis- sionen zu erhöhen, die bestmögliche Nutzung lokal verfügbarer Energiequellen zu ermöglichen, Synergien bestehender Infrastrukturen auszuschöpfen und ein zukunftssicheres, nachhaltiges und wirtschaftliches System zu schaffen. Die systemischen Lösungen führen zu einer nationalen und europäischen Vorrei- terrolle in diesem Bereich mit hoher Skalierbarkeit. Um die Wärmewende im Fernwärmesektor weiter vo- ranzutreiben, ist die Bearbeitung von Fragestellungen wie z. B. Integration von Großspeichern und Tiefen- geothermie, Phase-out von großen Gas-KWK-Anlagen sowie intelligente Sektor-Koppelung durch Nutzung regionalen Überschussstroms für Wärmeanwendun- gen notwendig. Weiters besteht dringender Hand- lungsbedarf bei der Entwicklung neuer Geschäftsmo- delle sowie transparenter Tarifgestaltungen. 11 10 TRANSFORMATION DER FERNWÄRME
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