„nachhaltige technologien 04 | 2025"

der Expansion, die Reduzierung von Netzverlusten und die Integration von erneuerbaren Energien und Abwärme in bestehende Systeme. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch nach Umfang. Lviv als Metropolzentrum zeigt, wie wichtig eine integrierte Planung und die Angleichung an EU-Richtlinien sind, um groß angelegte Projekte im Bereich Geothermie, Solarenergie und Abwärmenutzung zu mobilisieren. Poltava veranschaulicht, wie ein auf Effizienz aus- gerichteter Ansatz, der sich auf die Modernisierung von Heizkesseln, Automatisierung und Kraft-Wärme- Kopplung konzentriert, eines der größten regionalen Netze der Ukraine stabilisieren kann. Stryi zeigt unter starker kommunaler Führung, wie die Substitution von Erdgas durch Biomasse und die thermohydrauli- sche Optimierung zu reproduzierbaren Modellen für mittelgroße Städte führen. Zusammen verdeutlichen diese Fälle die Skalierbarkeit diversifizierter Ansätze, von großstädtischen Strategien bis hin zu regionalen und kommunalen Übergängen, und bieten einen Entwurf für eine widerstandsfähige und auf erneuer- baren Energien basierende Fernwärmeversorgung in der gesamten Ukraine. Ausblick – Von Krisenresilienz zu Klimaneutralität Der Fernwärmesektor der Ukraine spielt sowohl in Bezug auf die Krisenresilienz als auch auf die langfristige Dekarbonisierung eine entscheidende Rolle. Die Erfahrungen von Lviv, Poltava und Stryi zeigen, dass strategische Planung, Effizienzsteige- rungen und die Integration erneuerbarer Energien auch unter extremen Bedingungen voranschreiten können. Mit Blick auf die Zukunft wird sich der Fokus auf skalierbare Lösungen verlagern: Geothermie und große Wärmepumpen in großstädtischen Systemen, Kraft-Wärme-Kopplung und digitales Energiema- nagement in regionalen Netzen sowie Diversi- fizierung auf Basis von Biomasse in kommunalen Versorgungsunternehmen. Diese Wege stehen im Einklang mit den Energie- und Klimarichtlinien der EU und stärken die Integration der Ukraine in den europäischen Energieraum. Entscheidend ist, dass der Kapazitätsaufbau und die internationale Zusam- menarbeit im Rahmen von Projekten wie „Support DHC“ und „Enable DHC“ die technische Grundlage für diesen Übergang bilden. Durch die Verbindung von kurzfristigem Überleben mit strukturellen Reformen zeigen die ukrainischen Städte, wie Fernwärme zu einem widerstandsfähigen, nachhaltigen Rückgrat städtischer Energiesysteme werden kann, und setzen damit ein Beispiel für den Wiederaufbau nach dem Krieg und die zukünftige Klimaneutralität. Dr. Hakan Ibrahim Tol und Dr. Stefan Retschitzegger sind wissenschaftliche Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. h.tol@aee.at , s.retschitzegger@aee.at Maksym Terletsky ist geschäftsführender Direktor des City Institute in Lviv. Weiterführende Informationen / Links im E-Paper Website „Support DHC“ Website „Enable DHC” „Dank EU-Projekten wie „Support DHC“ und „Enable DHC“ erhält Lviv konkrete Instrumente zur Modernisierung seines Fernwärmesystems gemäß europäischen Standards. Das Fernwärmesystem und die mit Unterstützung von „Support DHC“ entwickelten energieeffizienten Lösungen helfen Lvivteploenergo bereits dabei, Investitionen anzuziehen und Innovationen umzusetzen, die unsere Stadt energieeffizienter und widerstandsfähiger machen.“ Andriy Moskalenko, Erster stellvertretender Bürgermeister von Lviv Foto: Stadt Lviv

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