„nachhaltige technologien 04 | 2025"

Erfolgsfaktoren aus Gleisdorf: • Politische Verankerung: Der Gemeinderat be- schloss verbindliche Klimaziele und prüft seither Beschlüsse auf ihre Klimarelevanz. • Datengestützte Planung: GIS-Daten und der Wär- meatlas [1] ermöglichten präzise räumliche Analysen als Basis strategischer Entscheidungen. • Integrierte Steuerung: Die enge Kooperation von Verwaltung, Stadtwerken und Forschung sichert Konsistenz zwischen Klimastrategie, Energieraum- planung und Fernwärmeausbau. • Monitoring: Eine Klimaschutzbeauftragte begleitet den Prozess; regelmäßige Evaluierungen in interdis- ziplinären Gremien sichern Fortschritt und Qualität. Gleisdorf zeigt, dass kommunale Wärmeplanung nicht nur Großstädten vorbehalten ist. Auch mit- telgroße Gemeinden können mit systematischem Vorgehen und regionaler Kooperation eine ambitio- nierte, realistisch umsetzbare Wärmewendestrategie entwickeln. Besonders relevant ist die Verzahnung der kommunalen Wärmeplanung mit der Fernwärme- transformationsplanung der Stadtwerke. Beide Pro- zesse greifen ineinander und bilden gemeinsam das Fundament einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung. Erfolgsfaktoren und Ausblick Aus Forschung und Praxis lassen sich zentrale Er- folgsfaktoren für eine gelingende Wärmeplanung ableiten: • Frühzeitige Einbindung relevanter Akteur*innen: Transparenz und Beteiligung erhöhen Akzeptanz und Qualität. Dipl.-Ing. Franz Mauthner MSc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter mit dem Schwerpunkt Räumliche Energieplanung im Bereich „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. f.mauthner@aee.at Dipl.-Ing. (FH) Joachim Kelz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. j.kelz@aee.at Dr. Ingo Leusbrock ist Leiter des Bereichs „Städte und Netze“ bei AEE INTEC. i.leusbrock@aee.at Weiterführende Informationen / Links im E-Paper AEE INTEC Projektlink Digitaler Atlas Steier- mark Best Practice: Klimaschutz in Gleisdorf KEM- Leit- projekt KEM- News- letter Newsletter AEE INTEC – Juli 2025 [1] Kerebel C., Geier S., Sakulin S., Schardinger I., Standl C., Mauthner F., Der digitale ENERGIEAtlas für die Räumliche Energieplanung, „nachhaltige technologien“ Ausgabe 02/2024, S. 27-29, Hrsg. AEE INTEC, Gleisdorf 2024 [2] Mauthner F., Höfler R., Fink C., Ein Plan für den Klimaschutz: Die Stadtgemeinde Gleisdorf legt Ziele und Maßnahmen fest, „nachhaltige technologien“ Ausgabe 02/2023, S. 9-12, Hrsg. AEE INTEC, Gleisdorf 2023 • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Energiepla- nung, Raumplanung, Bauwesen und Verwaltung müssen abgestimmt agieren. • Politische Rückendeckung: Ein Gemeinderatsbe- schluss schafft Verbindlichkeit. • Datenbasis nutzen: Karten und Register wie ENER- GIEatlas [1] oder der Digitale Atlas Steiermark bieten wertvolle Grundlagen und sparen Aufwand. • Quick Wins umsetzen: Sichtbare Erfolge stärken Vertrauen und Motivation. • Prozesse verstetigen: Wärmeplanung ist ein kon- tinuierlicher Lern- und Steuerungsprozess. Mit wachsender rechtlicher Verbindlichkeit gewinnt Wärmeplanung in Österreich rasch an Bedeutung. Gemeinden, die frühzeitig beginnen, können Förder- mittel effizient nutzen, Know-how aufbauen und ihre Position im regionalen Energiesystem stärken. Fazit: Die kommunale Wärmewende beginnt im Gemeindeamt Kommunale Wärmeplanung ist ein Schlüsselinstru- ment der Energiewende auf lokaler Ebene. Sie verbin- det technische Analyse mit strategischer Steuerung und ermöglicht Gemeinden, ihre Energiezukunft aktiv zu gestalten. Wer heute startet, legt den Grundstein für eine sichere, erneuerbare und wirtschaftlich trag- fähige Wärmeversorgung von morgen. Der Leitfaden von AEE INTEC bietet dafür klare Hand- lungsempfehlungen und praktische Hinweise – für Städte und Gemeinden ebenso wie für KEM-Manager, Planer*innen und Energieversorger. Er ist online kostenlos verfügbar. Das Projekt Fossil Phase Out – Strategische und ganzheitliche Planung von Wärmenetzen wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms Klima- und Energie-Modellregionen als Leitprojekt durchgeführt. 19 18 TRANSFORMATION DER FERNWÄRME

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