„nachhaltige technologien 04 | 2025"

ualität als Maßstab Als im Jahr 2005 das Qualitätsmanagementsystem QM Heizwerke in Österreich eingeführt wurde, war die Ausgangslage kritisch: Eine Studie der Österrei- chischen Energieagentur hatte gravierende Mängel bei Planung und Betrieb von Biomasseheizwerken aufgedeckt. Der Handlungsbedarf war offensichtlich. Das BMLFUW hat daher in einem gemeinsamen INTERREG Projekt mit Deutschland und der Schweiz ein Handbuch inklusive Handlungsempfehlungen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis wurde dann als „QM Heizwerke“ in das klimaaktiv-Programm einge- bettet und in die österreichische Förderlandschaft integriert. Hiermit wurde ein strukturierter Rahmen für die Qualitätssicherung, Förderwirksamkeit und Nachhaltigkeit geschaffen, der seither die Entwick- lung der Wärmenetze in Österreich maßgeblich geprägt hat. Seit 2015 leitet AEE INTEC dieses re- nommierte Programm. Ausgehend vom internationalen Vorbild des Quali- tätsmanagement-Systems, das fortlaufend durch die internationale ARGE QM Holzheizwerke 1 weiter- entwickelt wird, war schon früh klar, dass Qualität auch Struktur und Verbindlichkeit braucht. Ein wesentlicher Schritt für die erfolgreiche Anwen- dung in Österreich war die Verknüpfung mit der Umweltförderung im Inland als Förderungskriterium. Projekte wurden fortan nicht nur technisch begleitet, sondern mussten auch transparente Qualitätskrite- rien erfüllen. Ergänzt wurde das System durch eine in Österreich einzigartige Projektdatenbank, die eine lückenlose Dokumentation ermöglicht und von der KPC und den Landesförderungsstellen gemeinsam verwendet werden kann. Heute sichert ein Pool von fast 70 speziell ausgebildeten, unabhängigen Quali- tätsbeauftragten die Einhaltung der Standards – von der ersten Vorstudie über Planung, Umsetzung bis hin zur Betriebsoptimierung. Ein Erfolgsmodell Die Erfolge der vergangenen zwei Jahrzehnte sind eindrucksvoll: In Österreich verwaltet die Förderstelle Kommunalkredit Public Consulting eine international einzigartige QM Heizwerke Datenbank zur Förderab- wicklung und als zentrale Dokumentations-Plattform. Die Datenbank enthält bereits mehr als 2000 QM Heizwerke-Projekte. Damit verbunden sind Investiti- onen von über 2,15 Milliarden Euro, unterstützt durch rund 300 Millionen Euro an Fördermitteln. Aktuell werden mehr als 960 Heizwerke durch QM Heizwerke begleitet. Doch QM Heizwerke ist mehr als eine Sammlung technischer Prüfkriterien. Viele der eingeführten Standards – etwa die systematische Analyse von Netzverlusten, verpflichtende Betriebsdatenerfas- sungen oder ein hoher Fokus auf Effizienz – sind heute gelebte Praxis in der Branche in Österreich. Ein zusätzliches Angebot für die Projektbeteiligten bieten die QM Heizwerke Benchmarks. Auf Basis re- gelmäßiger Betriebsberichte werden wichtige Kenn- Q 20 Jahre Qualitätsmanagementsystem QM Heizwerke in Österreich Christian Ramerstorfer, Sabrina Metz, Gottfried Lamers, Ingo Leusbrock Foto: AEE INTEC

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