Dach- und Fassadenbegrünungen sind ein wichtiger Baustein für klimaresiliente, nachhaltige und energieeffiziente Städte. Sie wirken durch Verschattung, Verdunstungskühlung und die Verbesserung des Mikroklimas und gewinnen insbesondere vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und häufiger Starkregenereignisse zunehmend an Bedeutung.

Im abgeschlossenen Forschungsprojekt MARGRET untersuchte AEE INTEC die Wirkung von Gebäudebegrünung erstmals umfassend unter realen Witterungsbedingungen. Ziel war es, belastbare Datengrundlagen für die Weiterentwicklung von Berechnungsmodellen, Normen und zukünftigen Anwendungen im Gebäudebereich zu schaffen.

Dafür wurden im Labor von AEE INTEC begrünte und unbegrünte Fassaden direkt verglichen, mobile Grünfassaden und Living Walls untersucht sowie eigene Teststände zur Analyse von Gründächern entwickelt und betrieben.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Effekte: Fassadenbegrünungen reduzierten den solaren Strahlungseintrag auf Glasflächen um bis zu 77–80 %. Gleichzeitig wurden mehr als 50 % der eingestrahlten Sonnenenergie durch Verdunstung und Photosynthese umgewandelt. Bei Gründächern konnten maximale Oberflächentemperaturen im Sommer um bis zu 16 °C gesenkt und Tag-Nacht-Temperaturschwankungen deutlich reduziert werden.

Die gewonnenen Daten werden über Zenodo (DOI 10.5281/zenodo.19357657) öffentlich zugänglich gemacht und bilden eine wichtige Grundlage für die Integration von Gebäudebegrünung in Normen, Energieausweise und Gebäudesimulationen.

Mit dem Folgeprojekt MARGRET Bioshade werden offene Fragestellungen bereits weiter vertieft. Dabei übernimmt AEE INTEC neben den Labormessungen nun auch die Konsortialführung.

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