Es war nicht absehbar, dass mit der Gesetzwerdung des „Clean Energy for All Europeans Package“ 2019, in der erstmals EU-weite Richtlinien für Energiegemeinschaften festgeschrieben wurden, der Grundstein für ein Erfolgsmodell in Österreich gelegt wurde. Eine viele Freiräume schaffende rechtliche Basis auf nationaler Ebene sowie die Etablierung der nationalen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften machte Österreich früh zum Vorreiter in Europa. Mit Ende 2025 gab es österreichweit bereits über 10 000 Energiegemeinschaften, mit rund 200 000 beteiligten Personen. Das Modell ist somit am österreichischen Energiemarkt angekommen und entwickelt sich in technischer, sozialer und ökologischer Sicht ständig weiter. Neben der gemeinschaftlichen Nutzung von Strom erlaubt es Bürger*innen, aktiv an der Energiewende teilzunehmen und auch das Thema Energiearmut zu adressieren. Durch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) erhalten Energiegemeinschaften durch weitere regulatorische Vereinfachungen zusätzlichen Rückenwind.
Zu lösende Herausforderungen liegen insbesondere im Bereich der Bereitstellung von netzdienlichen Flexibilitäten sowie der Sicherstellung von Kostenwahrheit liegen. Doch durch gemeinsame Anstrengungen von Stakeholder*innen aus Elektrizitätswirtschaft und Energiegemeinschaften notwendig sind, kann Österreich hier rasch Lösungen finden.