Die geothermische Nutzung des Untergrunds hat in vielen europäischen Ländern in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sowohl die oberflächennahe als auch die tiefe Geothermie bilden mittlerweile eine wichtige Säule in der Transformation des Wärmesektors. Auch in Österreich besitzt Geothermie enormes Potenzial und insbesondere die Nutzung von oberflächennaher Geothermie zeigte in den letzten Jahren in Kombination mit Wärmepumpen eine starke Zunahme an Umsetzungsprojekten zur Wärmeversorgung und Komfortkühlung in Gebäuden, Siedlungen und Quartieren.
Die Nutzung der tiefen Geothermie blieb in Österreich bisher deutlich hinter den technisch erschließbaren Potenzialen für Fernwärme und Industrie zurück. Auch wenn in mehreren größeren Städten Österreichs (z. B. Wien und Graz) konkrete Aktivitäten zur Versorgung mit Wärme aus dem tiefen Untergrund laufen, wird schnell deutlich, dass der aktuelle gesetzliche Rahmen für Genehmigungsverfahren als Bremse für Projekte wirkt und eine Neuausrichtung durch die Politik längst überfällig ist. Gleichzeitig eröffnet der Untergrund (z. B. Erdsondenfelder, Aquifere und Gesteinskavernen) neue Möglichkeiten, überschüssige geothermische Wärme sowie andere Wärmequellen kostengünstig und saisonal zu speichern.
Die aktuelle Ausgabe der „nachhaltigen technologien“ gibt einen Überblick über nationale und internationale Aktivitäten sowie über die Tiefen und Untiefen der geothermischen Nutzung bzw. der Wärmespeicherung im Untergrund.